Gangster-Rapper vs. Gangster-Rentner

Es geht mir hier weniger um diese Meldung selbst, zumal es sich bei deutschem Hip-Hop 1. nicht um wirklich ernstzunehmende Musik handelt und es 2. keinen deutschen Hip-Hop gibt, weil sich "Deutsch" und "Hip-Hop" gegenseitig ausschliessen, sondern um die Tatsache, dass soetwas im Kapitalismus möglich geworden ist: das "Dealen" erlauben, das "Using" verbieten ...

Randnotiz zur EURO2008


"Lärm, der im Falle des nicht nur nach § 16 der Straßenverkehrsordnung strikt verbotenen "Hupkonzerts" auch eine Straftat sein könnte"

"Dagegen ist die wahrhaft stoische Gleichgültigkeit gewöhnlicher Köpfe gegen das Geräusch bewundernswürdig: sie stört kein Lerm bei ihrem Denken, oder beim Lesen, Schreiben u. dgl., während der vorzügliche Kopf dadurch völlig unfähig gemacht wird ... Ich hege wirklich längst die Meinung, das die Quantität Lärm, die jeder unbeschwert vertragen kann, im umgekehrten Verhältnis zu seinen Geisteskräften steht, und daher als das ungefähre Maß derselben betrachtet werden kann... " - Danke Herr Schopenhauer, Sie haben mal wieder Recht!

Mit Verlaub, Herr Ministerpräsident Koch, Sie sind - frei nach Joseph Fischer, Bundesaußenminister a.D. - ein Arschloch!

Herr Koch, Sie behaupteten neulich, so habe ich heute erst erfahren, in Bezug auf die zuerst gescheiterte Gesetzes änderung zur Abschaffung der Studiengebühren in Hessen, die Regierung sei "nicht die 'Gouvernante' des Parlaments" - nun ja, ich weiß genau was Sie damit meinten und sehe förmlich Ihr verschmitztes Grinsen - das können Sie nämlich gut - vor mir.

Nun ja, nicht die 'Gouvernante' so doch aber durch die Legitimation Ihrer Stellung als stellvertretender Ministerpräsident in der Verantwortung vor dem Volk, das vergessen? - ... sorry, wollt' Sie nur dran erinnern.

Schwerstarbeit!

Ich habe heute mit Erschrecken feststellen müssen, dass ich mich bereits nach 10 Minuten erschöpft fühle, wenn ich anderen schon beim Arbeiten nur zuschaue ...

Darauf erstmal ein Bier und die Füße hochgelegt!

Wie ich es hasse ...

Wie ich es hasse immer Recht zu behalten ...

Der geneigte Leser wird sich erinnern, wie ich am Ende des Blogs mit dem Titel "Demnächst auf RTL II" eine "Top 10" der besten Missbrauchsopfer prognostizierte; und was lese ich heute?

Kindstötungen in Deutschland
Eine Chronik der schlimmsten Fälle in Deutschland. mehr

... gerade so, also ob nicht jede Tötung schlimm wäre. Doch gerade hier wird nicht nach dem Hintergrund, den Ursachen dieser menschlichen Katastrophen geforscht, sondern lediglich eine Skandalwirkung erzeugt und die verzweifelte Mutter, oder der Vater zum Unmenschen erklärt!

Meine Fotos in Google Earth


CZ / Prag / Peripherie (Zum Vergrößern hier klicken!)





CH / Dornach / Goetheanum (Zum Vergrößern hier klicken!)





Meine Fotos in Google Earth ...

Open letter to the Nokia factory worker located @ Bochum ...

Also mal an den Handy-Zusammenbastler, dessen Lebensgeschichte ich gestern vermittelst Deutschlandfunk zu hören bekam:

Lieber unbekannter "Nokianer",

Du solltest trotz "BILD" und "Brisant", oder gerade weil, mitbekommen haben, dass es neben Dir und Deinen paar anderen teutonischen Kumpanen auch noch Menschen gibt, die auf diesem Planeten leben und im Zuge dessen vielleicht dann doch geringfügig globaler denken; denn auch Rumänen haben ein Recht darauf, ausgebeutet zu werden ... denk mal drüber nach!

Allerliebst, Dein Thomas

Amen!

Christen proklamieren ausschliesslich für sich selbst und ihre anhängigen Organisationen das Monopol auf ethische Grundsätze, Sozialkompetenz und die Definition moralischer Werte, wobei alles Nichtchristliche und auch Nichtreligiöse gleichgesetzt wird mit Werteverfall und sittlichem Niedergang.

Aussagen wie ,,Ohne Glauben geistige Leere" werden nicht zwangsläufig glaubwürdiger, einzig weil Vertreter klerikaler Institutionen nicht müde werden sie - im wahrsten Sinne des Wortes - permanent herunterzubeten.

Kommen Sie! Staunen Sie! Amstetten und sein ganz persönliches Monster ...

"Das ist einseitige Berichterstattung"! Der Mann hat in diesem Punkt Recht, das ist die Berichterstattung einer Erregungs-Journaille und zwar in eine bestimmte Richtung - egal was ich über diesen Fall zu lesen vorgesetzt bekomme, der Subtext lautet "Skandal!"

Hier wird einem sensationsgeilen Mob "die Höllenkreise der Leidenschaft, der Scheiße und des Blutes" als 3-Gänge-Menü serviert, eiskalt - der Koch: Gier Gasolini "Amstetten, oder die 8760 Tage von Sodom" und jeder geilt nach bunteren Bildern um sich am Elend der "Anderen" aufzugeilen, aufzugeilen und nochmals aufzugeilen!

Den Ekel vor der eigenen sinnentleerten Existenz auf ein `Monster´ projizieren, allemal trivialer als Selbstreflektion? Aber bitte doch!

Sich am Obszönen des Abgründigen verlustieren um die Obszönität des eigenen Daseins vergessen machen zu können ...

Demnächst auf RTL II

"Der Inzestfall von Amstetten als grausames Martyrium innerhalb einer Best-of-Gesellschaft" - jede Redaktion, jeder Sender, jeder Nachrichten-Makler will - selbstverständlich der Aufklärung wegen: das Superlativ des Superlativs! Dantes Ghostwriter de Sade persönlich schreibt das Inferno mit geradezu besessener Detailversessenheit in sein Online-Tagebuch. "Richtiges, echtes" Grauen an dem der Konsument aus sicherer Entfernung, via Internet schlußendlich in Echtzeit, zum Teilhaber wird. Gruseln ohne Selbstbeteiligung und ohne in den eigenen Spiegel blicken zu müssen - die Sehnsucht nach einem Reload der Death penalty inklusive - mit Ausblick auf die Vor-Hölle, gut behütet und auf sicherem Terrain den Apocalypso tanzen; den Horror kumulieren und das Einzelschicksal relativieren und, konsequenterweise, demnächst dann auf RTL II:

"Die 10 besten Missbrauchsopfer" ...

... "werden ihnen präsentiert von" (Sponsoren stehen bereit).

RAUS ZUM 1. MAI!

Weil es sinngemäß doch immer heisst: "linke Chaoten hätten randaliert" und der meinungsgeBILDete Mob ob dieses Vorwurfs - nach dem Motto "scheiss Autonome" (Autonomie = Eigenverantwortung des Individuums) - zustimmend applaudiert, das dann doch in vollkommener Unkenntnis der Kausalzusammenhänge - denn wenn ein latent faschistischer Staat, offen faschistische Organisation autorisiert ihre Fanals zu statuieren und offenes Terrain zu besetzen, dann ist (auch) diese Form linken Widerstands legitim!

Denn wer den Aufmarsch der NPD-Schergen akzeptiert, subventioniert rechte Gewalt gegen alles Individuelle!

Die Frage nach "Toleranz" - am Beispiel der NPD zeigt sich eben die Unterseite der parlamentarischen Demokratie - ist hier deplaziert, das Tolerieren intoleranter Systeme/Organisationen ist all denjenigen gegenüber intolerant, denen das tolerierte System mit Intoleranz begegnet.

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A propos "linke Gewalt" ... "Die Aggression und nackte Gewalt ging von rechter Seite aus", sagte Einsatzleiter Peter Born am Freitag vor Journalisten.

Der Kapitalismus als Saubermann

Der böse Kommunismus - auch gerne "kommunistische Diktatur" betitelt um denselben zu diskreditieren - und seine (Todes)Opfer ist allenthalen wieder Tagesthema, am Beispiel China; doch wie steht es um die Opfer des Kapitalismus? Eben! Dabei ist nicht etwa die Sorge um die hungernden Menschen im Fokus der Mächtigen, sondern die Sorgen um die Unruhen und Konflikte, mit anderen Worten, die Sorge um die Gegenwehr, die sich durch die hungernden Menschen ergeben könnte; es ist zum .... ach; das spare ich mir jetzt!

Wieder zwei sehr anschauliche Beispiele ...

Befürwortungs-Journalismus habe ich den Journalismus medialer Erfüllungsgehilfen einmal genannt und das trifft die Sache im Kern. Nicht dass ich bewusst web sites aufsuche um diesen jounalistischen Müll zu lesen - vor gar nicht langer Zeit war es auch nicht so inflationär - aber ein paar Uraltpostfächer habe ich eben doch noch bei z.B. web.de.

Heute gab es wieder Erschreckendes zu lesen - die Themen also der heutigen "Lebenshilfe":

"Positiv ausbeuten lassen."
"Bezahle gefälligst was Du auch umsonst haben kannst!"

Das erste Thema handelte also von der bestehenden Notwendigkeit, beim Ausgebeutetwerden auch noch eine gute Figur zu machen, wohl damit der Ausbeuter auch Lust hat auszubeuten, das ganze erhält dann das Label "Soft skills: weich aber wichtig" - und sorgt für ein positives Betribsklima, damit der Abschöpfungsfaktor auch immer schön bei 100% liegt.

In meiner Jugend hatten wir auch schon eine Art "Walkman ohne Kopfhörer" - das Teil hatte die Abmessungen eines Nachtschränkchens, wurde herumgetragen und mit seiner Hilfe die Nachbarschaft mit Suzi Quattro und Frank Zappa genervt; dabei handelte es sich um ein Tonaufzeichnungsgerät und das ganze nannte sich - nein, nicht "Ghetto-Blaster", das war nach meiner Zeit - nein, das ganze nannte sich Kassettenrecorder. Mit Hilfe dieses Gerätes wurde dann auch munter Musik aufgenommen und angehört, denn dazu waren die Dinger ja auch da; heute jedoch, begeht man mit dieser Tätigkeit eine "schockierende" Straftat.

P.s. habe ich gestern - nicht des Filmes, sondern meiner Tochter wegen - "Der Schuh des Manitu" geschaut und feststellen müssen, dass eine 13-teilige Dokumentationsserie über das Paarungsverhalten geschlechtsreifer Grottenolme wahrscheinlich mehr Witz und hintergründigen Humor hat als diese Kommö... "die" - traue ich mich in dem Zusammenhang kaum auszuschreiben.

Als ich mit gut fünf Jahren erfuhr, ich würde später einmal - wie jeder - mein Geld selbst verdienen müssen, ...

Als ich mit gut fünf Jahren erfuhr, ich würde später einmal - wie jeder - mein Geld selbst verdienen müssen, da durchzuckte mich als böse Gewissheit, erstens, das könne nicht gelingen, und zweitens, ich müsse deshalb zaubern lernen. Anders nämlich, so war mir bedrückend klar, würde ich es niemals zu all den Dingen bringen, die man so zum Leben braucht. Einen Beruf zu haben und dafür vieles können zu müssen, was ich jetzt noch nicht konnte, das war mir wohl vorstellbar. Aber dass davon die Zuteilung jenes immerfremden Stoffes abhängen sollte, der irgendwie von außen kam, offenbar noch über den Eltern stand und über ihren Berufen, und dass von diesem Stoff wiederum unmittelbar mein eigenes Überleben abhinge, das klang mir auf eine Weise bedrohlich, dass ich mich auf die Zauberei verwiesen sah. Natürlich, meines Wissens bestand wenig Aussicht, sie zu erlernen, doch da meine Absichten ohnehin nur auf alltägliche Dinge wie Essen und Wohnen gingen und wenn ich mich also darauf beschränkte, nur dieses Wenige und nicht gleich alles zaubern zu können...

Abschaffung des Geldes

von Eske Bockelmann

"Chancengleichheit"

Chancengleichheit gibt es nicht

Wenn der Fußballtrainer sinngemäß sagt "Wie haben zwar die Räume dicht gemacht, aber im Abschluss die Schangsen nicht genutzt" biegen sich mir regelmäßig die Zehennägel nach oben; zum Glück sehe ich seltenst, wenn nicht sogar nie, diese Sportart, aber man kann sich ihrer eben nicht verwehren ... und so hört man weiterhin den Fußballer "Schangsen" sagen. Wenn aber der Uwe über Chancengleichheit, resp. das Fehlen dieser spricht, dann hat er Recht, denn: "alle Menschen sind gleich ... manche sind gleicher".

Natürlich könnte man jetzt - neulich erst hatte ichs mit meinem Vater darüber - bis in die Urzeit des Menschen zurückgehen und sich vergegenwertigen, dass irgendwann mal einer mit einer Keule auf einem Acker gestanden haben muss und gedacht haben, dass das jetzt sein Acker wär und zwar genau so lange, bis einer kam, der eine größere Keule hat; und wenn wir und dieses Bild mal vor unserem geistigen Auge betrachten, dann ist das auch gut auf die gesammtgesellschaftliche Situation heute zu übertragen, nach dem Motto: der Stärkere siegt.

Die multimedialen Erfüllungsgehilfen einer Ober,- Super- und Metaschicht - die Verdummungsmaschinerie tut ihr Übriges - beten immerwährend die Mär von der Chancengleichheit herab, gleich einem Perpetuum infobile, einer Moebius'schen Schleife und lässt mich verwundert erkennen, dass niemand, ausser einer Handvoll Quer-Köpfe, gerne auch als "Ulanten" denunziert, in der Lage ist diese Lügen (2.Mose 20,16) als Lügen zu demaskieren, denn es gibt sie nicht, die Chancengleichheit.

Chancengleichheit bedeutet: jeder Mensch hat die selben Rechte und unterliegt den selben Pflichten - radikal betrachtet entbehren die "Pflichten" bereits der Menschenwürde (siehe weiter unten) - wenn also, ganz vereinfacht gesagt, jemand das Recht hat, als Unternehmer den Mehrwert eines Arbeiters abzuschöpfen, so hat eben genau der Arbeiter das Recht den Mehrwert des Unternehmers abzuschöpfen; nun erschliesst sich das (Vor)Recht auf Ausbeuten allerdings bereits aus der sozialen Herkunft des Unternehmers und die Pflicht auf Ausgebeutetwerden anscheinend aus der sozialen Herkunft des Arbeiters, denn letzterer hat nicht die Möglichkeit sein Kind auf eine Schule zu schicken, die das (angebliche) Potential des Kindes fördert, im Gegenteil, überfüllte Klassen mit überforderten Lehrern; der Unternehmer hingegen schickt sein Kind eben auf ein Internat, oder eine Privatschule und wenn es dort dem Unterrichtsstoff nicht folgen kann, wird die Schulleitung zur Verantwortung gezogen - Chancengleichheit? Natürlich nicht, es liegt ja auch nicht im Interesse des Kapitals dass Unternehmen so besteuert werden, dass ein Bildungssystem geschaffen wird, das Chancengleichheit - ich komme gleich noch zu einem wesentlichen Punkt - gewährt wird, denn die soziale Identität, die soziale Identität der Reichen und Mächtigen stünde auf dem Spiel.


Chancengleichheit darf es nicht geben!

Chancengleichheit heisst - wie oben bereits erwähnt - das jeder Mensch die selben Rechte hat und den selben Pflichten unterliegt. Aber wie entstehen diese Rechte, wodurch werden diese Pflichten legitimiert? Die Rechte entstehen bereits mit dem unumstößlichen Faktum der Geburt, aber wie jedoch sollten aus demselben Grund Pflichten entstehen können? Eben gar nicht, denn die Geburt als irreversible Tatsache steht im krassesten Gegensatz zu jedweder Auferlegung von Pflichten, oder hat jemals jemand nachgefragt - und zwar vor der Geburt - ob man diese (fremd)auferlegten Pflichten bereit ist zu erfüllen? Andernfall s entspricht genau das nämlich einem einseitig geschlossenen Vertrag, den der, in diesem Falle völlig unbeteiligte Vertragspartner zu erfüllen hat; und zwar nur der! Das lässt nämlich ausser Acht, dass er eine, aufgrund einer eventuellen pysischen Leistungsschwäche ni cht leisten kann und der andere aufgrund mangelnder Einsicht nicht leisten will, was unter vorangegangenen Gründen selbstverständlich ebenso legitim ist.


Un/Gleichheit muss es geben!

Was Gleichheit jedoch an Schäden anrichten kann, hat jüngste Historie bewiesen, deshalb muss die Formel nämlich lauten: Ungleichheit muss möglich sein, aber unter gleichen Bedingungen!

BRITNEY SPEARS ... NACKT!!!

Die Schlagzeile mag manchen Spanner auf meinen Blog locken ... wenn es jedoch drum geht mit Hilfe staatlicher Sozialleistungen Menschen die sich in fremdverschuldeten Notlagen befinden, mehr schlecht als recht, zu helfen diese Notlage zu überbrücken - hier liegt die Betonung auf "Schlecht" - fordert der Kapitalist* die Eigenverantwortlichkeit des einzelnen Bürgers** ein; wenn allerdings der Unternehmens-Karren durch Selbstverschulden oder Unvermögen mit Vollgas an die Wand gefahren wurde, fordert er (z.B. der Ackermann) gleichwohl auch gerne mal "STAAAAATLICHE HIIIILFE!"


Jetzt meine Frage: GEHTS NOCH?!


*Darf man "Kapitalist" noch sagen, ohne gleich als "Linker" durchzugehen?

** "Es geht darum, dass wir in unserer sozialen Marktwirtschaft (1) wieder stärker die Marktkräfte betonen" Ackermann im Interview mit der Zeitung »Die Welt« am 15.10.2005

Noch 'n Kommentar: "Momentan glaubt er [Anm.: der Bürger] jedoch, den Sozialstaat gäbe es um sonst. (Die anderen =Arbeitgeber, Reiche, Herr Ackermann,... sollen bezahlen). Die Schuldzuweisung an die Globalisierung vernebelt die wahren Tatsachen der inneren Reformnotwendigkeit" geschrieben von: Dirk Paulsen (IP gespeichert) erstellt am: 06. Juni 2005 22:48

(1) Begriffsverwirrung! Wie, bitteschön, sieht eine "soziale" Marktwirtschaft überhaupt aus?

Weitere Links:
Meinung & Artikel

Der 2. Satz aus Dvoraks Symphonie "Aus der Neuen Welt" als Fricsays transzendentale Reise - unerreicht ...

Der 2. Satz dieser Einspielung ist eine Fricsay'sche Paraphrasierung der Weite eines endzeitigen Kosmos menschlichen Daseins, der leider viel zu früh verstorbene Ferenc Fricsay nötigt den Berliner Philharmonikern einen Klang von transzendentaler Strahlkraft ab, wie er wohl von keinem Orchester unter keinem Dirigenten je so dargeboten wurde; ich zumindest habe ihn nie so grandios und so "sphärisch" klingen hören wie in dieser Aufnahme, die nicht zuletzt durch die frühe stereophone Aufnahmetechnik der DGG (1959!) ihres Gleichen sucht - phänomenal!


LAUT zu hören!






Kaufen!

Analytisch und treffsicher ....

Am 19. Februar 2008 um 17:46 schrieb ich in einem Blog mit dem Titel "Sitzen in den Vorständen der Konzerne und bei den kommulanen Arbeitgeberverbänden nur Milchmädchen? Scheint so!" das hier: (durch eine Lohnerhöhung von 5% mit gleichzeitiger Arbeitszeitverlängerung ergibt sich) "Ein Reallohnverlust von, ich schätz jetzt einfach mal, drei bis vier Prozent" und was lese ich heute morgen in folgendem Artikel mit der Überschrift "Wachstum ohne Einkommenszuwachs"? Genau! Nämlich das: "...die realen Nettolöhne der Beschäftigten sind hingegen um 3,5 Prozent gesunken"

... und was liegt genau zwischen "drei bis vier" Prozent? Richtig! Da kommt sogar ein Milchmädchen drauf!

Klaus Zumwinkel: "Das ging völlig geräuschlos" vs. Georg Büchner: "Ich glaub', wenn wir in Himmel kämen, so müßten wir donnern helfen"



KLAUS ZUMWINKEL:



Wir hatten einmal 380.000 Mitarbeiter; heute sind in Deutschland im Bereich Brief noch 150.000 Menschen beschäftigt. Das ging völlig geräuschlos. Kein Wunder, daß die Japaner sich jetzt für ihre Privatisierung von uns beraten lassen.




GEORG BÜCHNER:



WOYZECK: Wir arme Leut - Sehn Sie, Herr Hauptmann: Geld, Geld! Wer kein Geld hat - Da setz einmal eines seinesgleichen auf die Moral in der Welt! Man hat auch sein Fleisch und Blut. Unsereins ist doch einmal unselig in der und der andern Welt. Ich glaub', wenn wir in Himmel kämen, so müßten wir donnern helfen.

Schütteln

Schütteln

Auf Flaschen steht bei flüssigen Mitteln,
Man müsse vor Gebrauch sie schütteln.
Und dies begreifen wir denn auch -
Denn zwecklos ist es nach Gebrauch.
Auch Menschen gibt es, ganz verstockte,
Wo es uns immer wieder lockte,
Sie herzhaft hin- und herzuschwenken,
In Fluß zu bringen so ihr Denken,
Ja, sie zu schütteln voller Wut -
Doch lohnt sich nicht, daß man das tut.
Man laß sie stehn an ihrem Platz
Samt ihrem trüben Bodensatz.

Autor: Eugen Roth

So what! - Die Unschuldsvermutung des Klaus Zumwinkel, oder: der Fehler im System

Um Miles Davis ranken sich ja bekanntlich die mannigfaltigsten Legenden, u.a. auch die, dass er, als ihm sein Manager wieder mal eine Blondine offerierte, gesagte haben soll: "So what!" und zwar das in einem Tonfall, der ihn dann zu diesem genialen Track insperiert haben soll ...

... worauf ich eigentlich hinaus will?

Natürlich gilt auch im Falle des Verdachtes auf eine eventuelle Steuerhinterziehung des Klaus Zumwinkel die Unschuldsvermutung, aber der Fehler steckt bekanntlich im System, nämlich dass bei diesen Menschen genau das Unrechtsempfinden nicht vorhanden ist, dass sie dem einfachen Bürger mit Hilfe der sich immer wieder wiederholenden Moralismen - "Du sollst nicht stehlen" oder aber nicht "begehren Deines Nächsten Haus", ja sogar nicht einmal zornig sein ob dieses Umstandes: "Zürnet, und sündiget nicht. Die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorn" {Ps.4,5} - einzutrichtern wollen; was für eine bestimmte gottgegebene Elite jedoch gar nicht gilt, für die gilt nämlich: nimm dir was du willst! Berechtigt aus Nichts heraus, legitimiert allerdings durch Gewalt, Macht und Lüge.

Nicht dass das so, oder so möglich, oder eben nicht möglich ist, ist das bestimmende Motiv, sondern das mangelnde ethische Bewusstsein dieser sich selbst als solche bezeichnende "Ober"-Schicht, das der - aus dieser Perspektive sogar berechtigt so empfundene -Unterschicht ein moralisches Empfinden, ihr moralisches Empfinden auferlegt um vom eigenen Werteverfall abzulenken.

Ich prognostiziere mal munter drauflos: Zumwinkel wird, trotz des bewiesenen Nachweises der Steuerhinterziehung nach § 370 nicht verurteilt werden, weil sein Anwalt mit der Staatsanwaldschaft einen (neudeutsch) "Deal" aushandeln wird, er sich somit freikaufen kann (am nötigen Kleingeld dürfte es ihm nicht mangeln), vor Allem da es sich bei einem zweistelligen Millionenbetrag ja nunmal wahrlich um "Peanuts" (Kopper) handelt, oder, um auf die Einleitung zu diesem Blog zurückzukommen, dieser Betrag mit "So what!" kommentiert werden könnte; das Unrechtsempfinden des Straßen-Mobs und seines Zentralorgans ("BILD") und das einiger illustrer Prominenz-Politiker (SPD - B90/Die Grünen) wird ein Weilchen (zwei, drei Tage) überkochen und alles wird vom waren Problem ablenken, nämlich dass, wie oben angeführt, der Fehler bereits im System steckt.

... O Gott, wie ich es hasse immer Recht zu behalten!

Landzerbröseler mit Charakter und Blitzkrieg ....

Für Menschen die der Allgemeinheit demonstrativ ihre omnipräsente Charakterlosigkeit offenbaren um vermeintlich etwas darzustellen, gibt es auch die passenden Produkte, vor allem von Marken, die gleichsam generell eher den Manager, wie auch den Zuhälter als Zielgruppe haben, nämlich Modelle mit archaischen Namen, wie z.B. *Chrysler 'Blitzkrieg', sorry 'Crossfire' (Kreuzfeuer heisst der), 'Land Crusher' (Land-Zerbröseler) von Toyota, oder den Schützenpanzer - was den Verbrauch bei Volllast [70Liter/100km] anbelangt - von Porsche mit der Bezeichnung 'Cayenne'.

Da werden Gegenständen menschliche Eigenschaften wie "Charakter", oder "Temperament" zugesprochen, weil man(n) zu ihnen eine Art libidinöse Beziehung unterhält - gerade so, als versuche man vermittelst eines Apparates seine Minderwertigkeitskomplexe zu kompensieren; schlimm für alle anderen, dass gerade das auch zu funktionieren scheint ...



* 'Blizkrieg' - ich weiss auch nicht, wie ich ausgerechnet darauf komme.

Beim Doktor ...

Bei meinem Doktor - seines Zeichens Allgemeinmediziner - den ich heute aus nicht weiter bezeichneten Gründen aufsuchte, dachte ich während des Wartens so bei mir, dass manche alte Menschen irgendwie zeitlos alt aussehen, gerade so, als seinen sie niemals jung, ja immer bereits alt gewesen - "ob das etwas mit der geistigen Haltung zu tun hat"? fragte ich mich. Mir scheint fast so ....

NOKIA - oder: liebe Nokia-Boykottierer, Betroffenheit-Heuchler und berufsmäßige Empörer, ich hätt da mal 'ne Frage

Liebe Nokia-Boykottierer und berufsmäßige Empörer,

ich hätt da mal 'ne Frage - und zwar: wenn ich jetzt aus Solidarität (äääh, Solidarität zu wem denn eigentlich?) also wenn ich jetzt mein 'Händie' wegschmeisse, weil die bösen unmenschlichen Heuschrecken-Kapitalisten von NOKIA ihre Produktion vom teutonischen Bochum zum 90% billigeren Rumänien verlagern, dann muss ich mir ja ein neues mobiles Endgerät kaufen; nun meine Frage: bei welchem Ausbeuter soll ich denn nun mein Telefon kaufen? Welcher Hersteller steht denn in eurer Gunst? Welcher Konzern bitteschön, beutet denn humaner aus, als die aus Finnland???

- also entweder ihr findet Kapitalismus gut und partizipiert an ihm, oder ihr denkt nach, bevor ihr die Moralisten gebt! .... oder glaubt ihr die Werktätigen in anderen Ländern hätten nicht das Recht ausgebeutet zu werden?!

... und (Nachtrag), wenn ihr zu eurem scheissteuren Knebelvertrag bei Vodaphone und co. (Erinnert ihr euch? "Mannesmann Mobilfunk" - na? Hats gefunkt, oder ham'wer dat auch verdrängt???) wenn ihr also zu eurem Händie-Vertrag immer das neuste Photo-MP3-Teletubbie-Schicki-Micki-Händie - mit dem man sogar auch noch telefonieren kann - und das für 0, in Worten En-U-Ell-Ell also null Euro haben wollt, dann dürft ihr euch eben nicht auch künstlich aufregen, wenn die die Händies auch für annähernd 0, in Worten En-U-Ell-Ell also null Euro produzieren wollen; kapisch??? Oder ist euer Denkvermögen dafür zu unausreichend?! Aber wie sagte Schopenhauer so trefflich? "Mangel an Verstand heisst im eigentlichen Sinne Dummheit und ist eben: Stumpfsinn in der Anwendung des Gesetzes der Kausalität"

Gute Nacht!

Ethische Standards von Technologien

Eine Technologie kennt keine moralischen Begriffe, die Legitimation einer Technologie entsteht ausschliesslich aus Ihrer Umsetzbarkeit. Technologien werden realisiert, nicht weil sie letzten Endes nützlich oder schädlich sind, sondern weil sie realisierbar sind, die ethischen Standards werden immer erst mit deren Fanals definiert ...

Frankenstin goes real: Forscher stellen vollständiges Bakterienerbgut synthetisch her

Lebensmaxime


Wir, die wir die Verschwendung zur Lebensmaxime ausgerufen haben (ich erinnere an einen Blog von mir: "Pervers ist"), sind sicher nicht der Maßstab für irgendeine Relation und erheben uns doch zum Maß aller Dinge. Das was der Spießbürger in seiner jämmer- und kleinbürgerlich-suburbanen Vorstadtidylle der Einfamilien- Reihen- und Reihenelendhäuser mit ihrer Unterbringungs- und Verwahrungsarchitektur - die Aussenwände des Nachbarhauses sind ihnen näher als das Brett vor den eigenen Köpfen - praktiziert: Stupidität pur! Aber Hauptsache man wählt grün; ich könnt kotzen.

"Die breite Masse macht mir Probleme, nicht weil sie elementar dämlich ist, sondern weil sie sich mit ihrer Dummheit in mein Leben drängt!" Bukowski

... oder: "Weg mit dem Dreck" hätte man auch titeln können, wenn man manche Umfrageergebnisse anschaut, in denen ein meinungsgeBILDeter Mob, einer quantitativ nicht unerheblichen Anzahl an den Rand der Gesellschaft gedrängter Menschen, die Existenzberechtigung abspricht!

Eine emotional vollständig verarmte Schicht von Sozialdarwinisten, der jede Form von Empathie, wenn überhaupt jemals vorhanden gewesen, abhanden gekommen ist, die sich selbst der Arbeiterklasse zurechnet, plappert - konditioniert wie Hunde - maschinengleich jene menschenverachtenden Slogans der Springerpresse, deren geläufigster Terminus technicus 'Sozialschmarotzer' ist, nach, um von den wirklichen Schmarotzern à la Ausbeuter und Co.(nsorten) aller couleur abzulenken.

Nämlich wenn ich lese, dass '34 % der Befragten der Meinung' sind, 'dass bettelnde Obdachlose* aus den Fußgängerzonen entfernt werden sollten', und die größten Ausbeuter sich selbst von ihren medialen Erfüllunggehilfen noch als die größten Wohltäter feiern lassen, wünsche ich mir mit ständig wachsender Begeisterung nichts dringlicher als eine Kettensäge um gerne mal Amok zu laufen:

... die wachsende gesellschaftliche Ablehnung der "Überflüssigen"

"Personen mit Migrationshintergrund"

"Personen mit Migrationshintergrund" - das politisch korrekte Synonym für "scheiss Kanaken"

Udo Voigt: "Das deutsche München sagt NEIN zu Ausländergewalt und Inländerfeindlichkeit!"

Die BRD und die Repression - Wiedereinmal zeigt sich anhand der aktuellen Politik, die Brisanz meiner Prophezeiungen

Im Sommer letzten Jahres (2007) schrieb ich (der Beitrag scheint im Datennirvana verloren gegangen zu sein) zu der mehr als scheinheiligen Debatte um eine eventuelle Begnadigung Christian Klars, sinngemäß, dass es juristisch nicht haltbar sei, wenn Klar als 'Zeichen einer Reue' nähere Umstände des Buback-Attentates offenlegen würde - ganz davon abgesehen, dass der Begriff 'Reue' im StgB erst überhaupt nicht definiert ist - wäre es im strafrechtlichen Sinne im Bezug auf die Freilassung Klars nicht relevant in einem anderen Falle jedoch schon: da Mord nicht verjährt, käme die Nennung eines Täters einem Verrat gleich, der zwangläufig zu einer neuerlichen Verurteilung dessen führen würde; weshalb jetzt auch die Beugehaft für Ex-RAF-Mitglieder angeordnet wird.

Das ganze ist, wie ich im Mai letzten Jahres bereits schrieb, nicht mehr als "Die Phantomschmerz-Debatte neoliberaler Politiker und deren medialer Erfüllungsgehilfen 'um die Begnadigung Klars' [...] eine Medien-Kampagne, die sich vor allem durch vollständigen Mangel an Sachlichkeit und der Demonstration omnipotenter Staatsmacht auszeichnete ... Nicht überwundene Traumata eines Staates der im Innern einen Tumor entwickelt und versucht hat, die Symptome an der Ursache statt zu bekämpfen und die noch mehr als 30 Jahre danach bestehenden Rachegelüste dieser Bananenrepublik - die 'Entnazifizierung' ging da wesentlich geschmeidiger vonstatten!"

Dazu noch ein Zitat: "Typische Symptome des Systems: die Partizipanten der Macht betrachten dich als untergeordnetes Glied eines Systems - die menschliche Komponente kommt da total abhanden. Du bist hier nicht Mensch, sondern Teil des Systems; das systemimmanente Glied funktioniert, das nicht funktionierende Glied ist systeminimmanent und muss somit (re)sozialisiert, oder amputiert werden; da Du dich als nicht-resozialisierbar zeigst, will das System Dich amputieren" Thomas Sonnabend

"Heil Hitler, Herr Friedman"

"Wissen Sie, die Frage ist, was man unter Leben versteht. Ich verstehe Freiheit als Leben, und dazu gehört eben die Handlungsfähigkeit des Deutschen Reiches. Erst dann sind wir wieder frei. Und das ist eine Sehnsucht"


So spricht man mit Nazis

Teil 1 des ungekürzten Interviews von VANITY FAIR-Autor Michel Friedman mit Deutschlands Chef-Nazi

Der Hungerleider als Schwerverbrecher

Hunger zu leiden hat im Kapitalismus zum Teil groteske Formen angenommen, denn wer Müll nach etwas Essbarem durchwühlt, riskiert, wie ein gewisser Falk aus Tübingen, wegen "Containerns" schonmal eine Anzeige wegen schweren Diebstahls, weil er das Essen ja auch, wie es sich im Kapitalismus gehört, hätte kaufen können - theoretisch zumindest!

... und dann wird eben ein Exempel statuiert!

Bin ich: Kampf!

Die Kostüme der Müdigkeit – wie ich sie satt, wie ich sie gefressen habe, wie sie mir zum Hals raus zehntausendmal um die ganze Welt gehangen und mich gewürgt haben – die raunenden Pastoren, Pfadfinder, Tantchen, fressenden Weiber, – wie ich das satt habe: Hunger?
Und mal wissen.
Bin ich im Kino oder was, Quäker-Film,
Suppenschildkröte, oder
Bin ich: Kampf!
Gudrun Ensslin

How to be a terrorist

Aus dem Leben einer Terroristenfamilie

Die Partnerin von Andrej Holm, dem Soziologen, der wegen des Betretens einer Bibliothek von der Bundesanwaltschaft verdächtigt wird einer "terroristischen Vereinigung" anzugehören, erzählt in ihrem Blog wie es ist, wenn man weiß, dass das BKA weiß, dass man weiß, dass man vom BKA überwacht wird und wie sich das auf das tägliche Leben auswirkt - http://annalist.noblogs.org/

Reformieren kann man ein solches System nicht

"Reformieren kann man ein solches System nicht. Das ist die wahrhaft traurige Perspektive für Europa: Die EU in der Form, in der wir sie vorfinden, muss zerschlagen werden."

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26403/1.html

Ginette Neveu

Mein Kind, du bist mit einer Gottesgabe beschenkt, die ich gar nicht anrühren möchte. Alles, was ich machen kann, ist, dir ein paar technische Ratschläge zu geben. (Carl Flesch, ihr Lehrer von 1931 bis 1935)




Gelebte Misanthropie. Berichte aus der Staatsanwaltschaftsstation - IV

Eine Blogübernahme

So. (Presto)

Nach dem zweiten tag mit sitzungsvertretungen sollte ich mit diesen anglegenheiten nichts mehr zu tun haben. Puh. Immerhin. Wieso, weshalb, warum? Nun, ich hatte mich ein wenig daneben benommen bzw. bin zu sehr aus der ordentlichen staatsanwaltlichen rolle gefallen bzw. hatte meine meinung an einer stelle gesagt, an die sie angeblich nicht gehört.

Insgesamt waren es vier verhandlungen. Daß ich bei den beiden fällen, wo es bis zum urteil kam, in meinem schlußplädoyer immer lächerlich niedrige geldstrafen gefordert habe, war vermutlich noch nicht so schlimm. Äußerst unschön fand der richter aber, daß ich vor dem verlesen der anklageschrift – das ist das erste, womit die staatsanwaltschaft zu wort kommt – mich vorstellte und darauf hinwies, daß ich keine staatsanwältin bin, sondern referendarin und daher die anklagetätigkeit auch nicht aufgrund einer eigenen entscheidung oder vorliebe, sondern als verpflichtenden teil der juristischen ausbildung ausübe. Dieser hinweis war wohl ganz böse.

http://akj-berlin.blogspot.com/2007/10/gelebte-misanthropie-berichte-aus-der_08.html

Gibt es Bewusstseins-Zombies?

Jörg Auf dem Hövel

Ansichten über das Rätsel Bewusstsein und das Problem, ob es mehr als nur eine neuronale Maschine ist

Aus der simplen Erkenntnis des Menschen "Hier stehe ich, dort die Welt" hat sich ein durch die Jahrtausende laufender Diskurs entwickelt. Denn was ist dieses Bewusstsein, das die Welt da draußen betrachtet? Die Schriftstellerin Susan Blackmore hat in zwanzig Interviews Hirnforscher und Philosophen dazu befragt. Heraus gekommen ist eine spannende Übersicht über Ansätze und Eigenheiten der Philosophie des Bewusstseins.

http://www.heise.de:80/tp/r4/artikel/26/26335/1.html

Guantanamo ... wo?!

[...] wurde die Straße blockiert und das Fahrzeug abrupt zum Stehen gebracht. Dann wurden die Scheiben eingeschlagen und die Insassen durch die herausgebrochenen Fensterscheiben nach draußen gezerrt. Dabei kam es zu Schnittverletzungen an verschiedenen Körperstellen. Durch seinen Anwalt wurde bekannt, dass Florian L. angeschnallt sitzend schwer verprügelt wurde und Prellungen und Schwellungen im Gesicht und an den Rippen erlitt [...]

http://einstellung.so36.net/de/pm/134

Kapitalistische Propaganda in Animationsfilmen


Große Haie - Kleine Fische und das große Krabbeln findet Nemo shreklich!


Die stereotype Handlung ist immer die gleiche: der Held - meist der Loser vor dem Herrn - gerät in eine missliche Lage, aus der er sich mit einer gewissen Bauernschläue befreit; gewinnt immerhin die "große Liebe" seines Lebens - das einzige zwiespältige Glück das ihm letzten Endes bleiben wird - und landet jedoch, von geringfügigen Modifikationen abgesehen, am Ende wieder in der selben Misere, in der er sich zu Beginn schon befunden hat, nämlich in der Belanglosigkeit seiner stupiden Existenz.

Jetzt vielleicht mit etwas mehr Glamour und sich der Aufmerksamkeit der noch größeren Loser gewiss, auf jeden Fall aber mit der Einsicht, dass es besser ist, ein moralisch korrektes Leben in unterwürfiger Bescheidenheit zu führen - wobei die vorherrschende "Moral" hier keinesfalls ein Leben nach ethischen Einsichten ist, sondern eine gewisse Bigotterie darstellt: "wenn es manchen über dir besser geht, musst du ja nicht zwangsläufig nach dem besseren Leben streben" lautet dann der Subtext - und schon gar nicht nach dem zu streben, was ihm schon von der Stellung innerhalb der Gesellschaft nicht zusteht; frei nach dem Motto: Du hast keine Chance, also finde Dich damit ab!

Da werden unsere Kleinsten schon Gehirnwäschen unterzogen, deren explizite Botschaft "Ungleichheit" ist; und ich sollte das eigentlich ausbügeln, weil ich meiner Tochter erklären müsste, was für eine Scheisse sie sich da gerade angeschaut hat ...

Ich kann gar nicht mehr hingucken ...

  Bei web.de rockt mal wieder der neoliberale Zeitgeist, nach dem Motto"Wir helfen beim Buckeln" liefert das 'Lifestilemagazin' einer 36-Raten-Schicht unter der Schlagzeile "Worauf bei Überstunden zu achten ist" Tipps (mit 2 "p" siehst immernoch scheisse aus) und Trends zur erfolgreichen Selbstunterwerfung, getreu der Maxime "was nützt Dir schon ein selbstbestimmtes Leben, wenn der über Dir davon nicht profitieren kann?" und da steht doch tatsächlich unter dem Foto eines sehr adretten, etwas gestresst dreinblickenden , verantwortungtragenden Herren darstellenden Fotomodels in den Endfuffzigern die BU "Nicht nur für Manager sind Überstunden alltäglich."

  - Klar! aber die müssen ja auch nicht arbeiten; die lassen arbeiten, deshalb ist es Schnurz und Piepe, wieviele Überstunden die wohlmöglich täglich machen, denn es sind ja im eigentlichen Sinne nicht die ihren. Ich kann da gar nicht mehr hingucken ... Gute Nacht allerseits!

Quelle!

ADS und andere 'Verhaltensauffälligkeiten'

Eine Broschüre, herausgegeben von der Firma MEDICE Arzneimittel Püttner GmbH & Co. KG, mit dem Titel "ADHS ohne Hyperaktivität - Das 'Träumerchen'" von der Dipl.Psychologin Cordula Neuhaus verfasst, soll betroffenen Eltern 'helfen' mit einem Problem fertig zu werden, das es so gar nicht gibt. Diese 'Broschüre' ist auch noch so infantil geschrieben, dass man meinen könnte die 'Zielgruppe' wäre denn auch die 'Patientengruppe', hier ein paar Auszüge:

"Auffällig ist beim 'Träumerchen' wie auch beim 'Hypie' (wie bitte kann man so ein schwachsinnniges Wort überhaupt erst verwenden?), dass es ..."
"Das Träumerchen (diese Wortwahl ist auch nicht viel besser), will immer die gleiche Kassette, oder Geschichte (also liebe Frau, in diesem Kontext sind es sogar 'die selben Kassetten und Geschichten') hören" (das wollte meine Tochter i.d.R. auch, hatte eben eine Lieblingskassette; na und?!).
"Am liebsten werden Rollenspiele gespielt" (BITTE?! - also wer hat Kinder und wer kennt das nicht bei seinem Kind?)
"Ein bisschen schusselig zu sein wird beim Mädchen leichter akzeptiert"
"Auch das Träumerchen kann ausflippen"
Selbstverständlich gelangt dieses Pamphlet zu dem Schluß:
"Medikation 'hilft' (wie sollte es auch anders sein, wenn der Herausgeber ein Pharmakonzern ist?!) Träumerchen richtig eingesetzt und sorgfältig beobachtet [..] das Kind wirkt 'erreichbarer'" (Eben: 'erreichbarer', zahmer, Gesellschaftskompatibel).
Ich habe immer gedacht, dass ADS, oder ADHS, also das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, resp. das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität wäre in der Tatsache begründet - und der Verdacht liegt m.E. auch nahe - dem 'Patienten' käme 'zu wenig Aufmerksam' zuteil und er müsste diese durch seine 'Verhaltensauffälligkeit' quasi einfordern; nach dem Motto 'Seht her, ich bins!' ...

... weil dieser kleine Mensch in seiner Hilflosigkeit - was willst du erwarten, wenn du dein Kind vor der Glotze parkst, damit du in Ruhe im Internet surfen kannst - bis spät in den Abend hinein reizüberflutet und entertained, aus dessen Perspektive quasi 'vergessen' wird, um ihn dann mit Ritalin ruhig zu stellen, damit die Eltern sich nach der Abfütterung ihres 'verhaltesauffälligen' Nachwuchses in irgendwelchen virtuellen Fickbörsen weiter in Ruhe auf die Pirsch nach einem Fick machen können; um weitere 'verhaltensauffällige' Nachkommen zu zeugen.

Es ist noch gar nicht lange her, da schrieb ich über ADS, resp. ADHS, ich zitiere mich:
"Ein System, das Menschen nach Verwertbarkeit und Konsumverhalten selektiert, bietet keinen Raum für Individuen, die das Tempo nicht mitgehen können, oder wollen; diese Menschen fallen durch das Selektionsraster einer durch und durch leistungsorientierten Gesellschaft; für diese Menschen gibt es 'ADS' und andere 'Verhaltensauffälligkeiten'."

***

Ich habe im Netz noch etwas zu Cordula Neuhaus gefunden: "Cordula Neuhaus versucht, nahezu die Gesamtheit der bei Jugendlichen bekannten psychischen Auffälligkeiten und Störungsbilder als Folge einer seit dem frühen Kindesalter fortbestehenden ADHD-Problematik zu interpretieren. Dazu dehnt sie die Gültigkeit der 18 spezifisch für das Grundschulalter definierten diagnostischen Kriterien von DSM-IV und ICD-10 auch auf Jugendliche und junge Erwachsene aus und fügt ihnen weitere 38 Kriterien hinzu, die durch nichts als ihre eigene Erfahrung begründet sind. Damit konstruiert sie ein wissenschaftlich nicht gesichertes und aus psychotherapeutischer Sicht bedenkliches Kontinuum: "Einmal ADHS, immer ADHS.""

Quelle: http://www.ads-kritik.de/ADS-Kritik5.htm

Der Aufschwung hat begonnen

"Aufschwung in Deutschland hat begonnen" ... das trifft die Sache im Kern: ... "für die Kapitalisten" nämlich und ausschliesslich für die! Wenn ich in den Nachrichten mit dieser, als Informations-Chiffre verkleideten Floskel konfrontiert werde, dann frage ich mich ständig nach dem Sinn dieser Abstraktion eines "Aufschwungs" und gelange zu folgender Antwort:

Dass der "Aufschwung in Deutschland begonnen" hat meint erstmal gar nichts konkretes (soll es wohl auch nicht), wird auch nicht weiter konkretisiert und ist in seiner Aussage in etwa so gehaltvoll wie der Inhalt der MTV-Serie 'A simple life'*, soll aber als, der Aussage implizierte Wirkung, quasi also als Subtext selbst dem Bürger eine Aussicht auf einen - wenn auch für ihn unerreichbaren - Horizont ermöglichen, einen diffusen Fernblick auf eine - wie immer diese auch aussehen mag wird ebenfalls unterschlagen - bessere Welt, zu der ihm zwar der Zutritt verwährt bleibt, an deren Gelingen er jedoch seinen Beitrag zu leisten hat; in etwa wie Picassos 1,2m² "Dora Maar au chat", das im Safe eines annonymen Käufers verschwindet und uns nur die Option bleibt, es zu "ergoogeln" anstatt es in einem Museum jedem zugänglich zu machen, frei nach dem Motto: 'Existiert die Welt auch dann, wenn ich die Welt gar nicht wahrnehme'? und frage gleichfalls: 'Existiert der Aufschwung auch dann, wenn ihn die meisten gar nicht wahrnehmen'?

Da sind sie nun, die Kohl'schen "Blooming landscapes", die, keinesfalls eine Leistung des Exkanzlers, jedoch ein Verdienst der Werktätigen (ja, das Wort existiert noch) in der die 1,5% der Angehörigen der obersten Gesellschaftsschicht nun nach Lust und Laune mit den vorhandenen Ressourcen verfährt wie ihr beliebt; eine Schicht, die ohne Skrupel mit einer Vokabel wie "Human ressourcing" das Individuum verdinglicht um ihn zur ökonomischen Größe, somit zum Kostenfaktor zu degradieren und ihn schlussendlich als Abschreibungsobjekt billanzieren zu können; da wird die Eigen-'Leistung' durch Fremd-'Leistung' erbracht und diese dann zur eigenen umdeklariert, denn 'Leistung muss sich wieder lohnen' - Die Frage ist bloß, welche Leistung lohnt sich für wen?


*Eine "Doku"-Soap in der Paris Hilton und Nicole Richie sich und ihren Zuschauern die Stupidität ihres Daseins demonstrieren.

Demokratieverständnis in einer Demokratie


"...wie Panzerknacker auf einer Geburtstagsparty im Hause Duck."

Dabei gibt es gute Gründe, [...] der Hysterie entgegenzutreten, mit der das Bundesinnenministerium einem Mega-Anschlag in Deutschland regelrecht herbeiredet.

[Auszüge]:

"Dabei gibt es gute Gründe, nicht nur dem Vordringen von Big Brother zu wehren, sondern auch der Hysterie entgegenzutreten, mit der das Bundesinnenministerium einem Mega-Anschlag in Deutschland regelrecht herbeiredet"

Die Merkwürdigkeiten im Fall der deutschen Terror-Bomber: "Fritz G., Adem Y., Daniel S. und ihre Helfer müssen seit Monaten gewusst haben, dass sie unter Beobachtung standen: (...) Warum machten die drei trotzdem weiter?"

"Die angeblichen Superterroristen von Oberschledorn legten quer durch die Republik eine Fährte so breit wie eine Elefantenspur"

"Das Islamisten-Trio verhielt sich dermaßen exhibitionistisch, dass einige Streifenwagen mit Dorfpolizisten vollauf genügt hätten"

"Beim Kauf der einschlägigen Chemikalien verhielten sich die mutmaßlichen Bombenbauer ebenfalls betont auffällig: Man fuhr mehrfach zu einem Großhändler nach Hannover, kaufte sukzessive zwölf Fässer mit 730 Kilo Wasserstoffperoxid und transportierte den Stoff quer durch die Republik"

"Ein anderes Mal fühlten sich die Islamisten von der Observation der Dienste so genervt, dass sie seelenruhig an einer roten Ampel ausstiegen und dem Verfolgerwagen die Reifen zerstachen"

"Inmitten der braven Dörfler und treuen Dauertouristen mussten die drei wilden Männer auffallen wie Panzerknacker auf einer Geburtstagsparty im Hause Duck"

"Als wollten sie plakatieren: Wir sind gefährlich, bitte nehmt uns fest"

"Zeitweilig war er (Yousif) V-Mann des Verfassungsschutzes" - (AHA!)

http://www.freitag.de/2007/37/07370402.php

E R K U N D U N G E N

Ein lichtdurchfluteter Raum

Immer wenn ich diese Aufnahmen höre, befinde ich mich in einem lichtdurchfluteten Raum. Als Ivo Pogorelich - den ich generell für eine Ausnahmeerscheinung halte, und der in der hier vorliegenden Einspielung genau das beweist - diese Sonaten des Barockkomponisten und Bach-Zeitgenossen Domenico Scarlatti aufgenommen hat, muss er in genau so einem lichtdurchfluteten Raum gesessen haben; und dabei spreche ich von Innenwelten, von keinem physischen Raum. Sind schon die Sonaten selbst - Scarlatti hinterliess ein sehr umfangreiches Werk von 555 Cembalosonaten - von einer unvergleichlich konzeptionellen Reinheit, so ist die Interpretation Pogorelichs umso reiner, klarer, von definitiver Transparenz, fernab jeglicher Romantisierung, sodass dies singuläre Ereignis der hier vorliegenden Aufnahme, wohl zum Leidwesen aller existierenden und noch kommenden Pianisten unerreicht bleiben wird: Sonnenstrahlen, einen metaphysischen Innenraum durchfluten ...




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E R K U N D U N G E N

"Was soll ich noch? Den Abstand, der mich von Leben trennt, beschreiben?"

Ganz unpathetisch gibt Stadler die Volksliteratur preis oder zumindest das was von ihr übriggeblieben ist; und wer jetzt in Versuchung gerät an den in Romanform gegossenen röhrenden Hirsch zu denken, der sei gewarnt und das ist ein Versprechen. Arnold Stadler hat dem Heimatroman den Todesstoss gegeben um ihn neu zu erfinden.

Voller Melancholie und zum Glück ganz und gar nicht frei von Ironie berichtet der Protagonist von einer Kindheit die geprägt ist von Verlust und Dorfsanierungen in einer Region, in der die Sprache irgendwie wie "Chinesisch" klingt. Da fliegen Maikäfer durch die "nutzlose Existenz" eines Heranwachsenden, in einem Café, in dem Heidegger saß. "Was soll ich noch? Den Abstand, der mich von Leben trennt, beschreiben?" Fünf Sterne!.



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E R K U N D U N G E N

DAS op. 61

Mit einer vollkommen unprätentiösen Spielweise und seinem "gläsernen Ton" wird Wolfgang Schneiderhan wie wohl kein anderer Violinist dem Op. 61 Beethovens gerecht, so als wolle man in der Tat glauben, Beethoven hatte den Schneiderhan'schen Geigenton im Ohr als er das Werk komponierte. Ich kenne viele Interpretationen des VK, aber keine andere lässt es so warm schimmern wie diese Aufnahme unter Eugen Jochum, der die Berliner Philharmoniker zu zügeln weiss und auch in den kraftvollen Passagen das Orchester immer als fundierte Basis hinter den Solisten stellt.

Mit jeder, auf seiner Stradivari "ex-Liebig" gespielten Note, scheint uns der Interpret zu sagen: "ecce opus - seht welch ein Werk!" ohne sich selbst durch affektierten Manierismus und theatralische Virtuosität in den Vordergrund zu spielen; wie z.B. den "Marche funèbre" im ersten Satz in Stille ausklingen zu lassen, ja dem Hörer auch mal den Zustand des Stillseins zuzumuten ohne ihn in die Langeweile zu entlassen - eine der spannendsten Stellen in dieser Aufnahme.

Wolfgang Schneiderhan spielt in dieser Einspielung die Originalkadenzen die Beethoven für die Klavierfassung geschrieben hat und die in kongenialer Weise von Schneiderhan selbst für die Geige adaptiert wurden.

Für mich die mit Abstand größte Interpretation des wahrscheinlich größten Werkes der Violinliteratur - auch noch (oder gerade weil) nach vielleicht tausendmaligem hören.



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(Meinungs- und sonstige) Freiheit á la BRD

Schäublone im Autofenster Mitkommen, Polizei!

Weil er in sein Autofenster eine "Schäublone" - das hinreichend bekannte Motiv des Scherenschnitts Wolfgang Schäubles mit der Unterschrift "Stasi 2.0" - geklebt hatte, wurde ein 22jähriger Informatikstudent von einer Polizeikontrolle angehalten und aufs Revier gebracht. Wegen des "Anfangsverdachts auf Beleidigung" wurde nun Strafanzeige gestellt, der Student durfte nach drei Stunden Wartezeit die Polizeiwache wieder verlassen.


Der komplette Artikel: http://www.gulli.com/news/sch-ublone-im-autofenster-2007-09-18/

Der Kategorische Imperativ des Energiesparens und für wen der ausschliesslich gilt

So funktioniert das im Kapitalismus: der - in unserem Falle, europäische - Kapitalist möchte aufgrund seiner natürlichen, ihm immanenten Expansionsbestrebungen zusätzlich Energie verbrauchen um zu wachsen und um somit gegen 1. den US-amerikanischen und - noch viel mehr - 2. gegen den asiatischen Kapitalisten und künftigen "Exportweltmeister" bestehen zu können. Deshalb muss jedoch der brave Bürger nämlich die Energie einsparen, die der Kapitalist zusätzlich verballern möchte; und der Michl lässt sich das X auch noch für'n U vormachen und glaubt gerne, was der Erfüllungsgehilfe der Industrie (hier Merkel und ihre Erfüllungsgehilfen [hier gleichgeschaltete Presse]) ihm vorgaukelt, nämlich er, der Michl selbst wäre verantwortlich dafür, erzählen ihm die Mär von der Klimakatastrophe und dem bösen CO2 damit die Regierungen, dem Bürger quasi fremdauferlegte, europäische Klimaziele und Vorgaben überhaupt erst einhalten können, da das mittlerweile die Privatsache derer ist, die sich kein SUV leisten können.

Da passen die 5.000.000 Hartz-4-Empfänger ganz gut ins Bild, wenn die Kohle für Kippen nicht reicht, muss eben die Heizung runtergedreht werden ...

Der Deutsche ist im Schnitt leider ein wahrer Idiot, wie wahrscheinlich Angehörige anderer Nationen auch

[Zitat] Jeder zweite Deutsche ist bereit, wegen der Terrorgefahr vorübergehend Einschränkungen persönlicher Freiheitsrechte hinzunehmen, etwa durch heimliche Online-Durchsuchungen privater Computer: [link] 48 Prozent stimmen solchen Einschränkungen zu, 47 Prozent lehnen sie ab. [/link] [/Zitat]

Anm.: Die devoten, obrigkeitshörigen, wohlstandsverwöhnten und meinungsgeBILDeten, gänzlich entpolitisierten Durchschnitts-Hanswürste glauben in ihrer intellektuellen Surditas tatsächlich, es gäbe in diesem Kontext so etwas wie eine "vorübergehende" Einschränkung bis dato eo ipso gegoltener Grundrechte!

Diese Erkenntnis tut fast schon weh ...

Akzeptanz einer ganz und gar entpolitisierten Gesellschaft

Die RAF, oder ein RAF-Revival, ob gut, ob schlecht stelle ich jetzt mal gar nicht zur Diskussion; das Zeitgemäße ist es, was fraglich scheint: Fände eine zweite, wiederaufgelegte, revivalte RAF die - wie auch immer geartete - Akzeptanz einer ganz und gar entpolitisierten Gesellschaft, wenn schon die boulevardeque Schlagzeile "Geisteswissenschaftler betritt Bibliothek" - mit anschliessender Verhaftung, wegen Anfangsverdachts über die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung - ihre Zielgruppe findet?

Nein, ganz bestimmt nicht; da muss schon ein neues Marketing her; mein Vorschlag: RAF 2.0

Blinder Fatalismus

"Dass die Beamten jetzt auch erst mit 67 in Pension gehen können, find ich mehr als gerecht" so, oder so ähnlich lautet der Tenor, in der gar nicht erst entstehenden Disskussion um ein höheres Pensions- Einstiegsalter der Bundesbeamten; HA! Sind die Protestrufe erst verhallt, regiert es sich noch generöser, wenn dem Pack die Knochen hingeworfen werden. Mit welchem blinden Fatalismus, welcher Schicksalsergebenheit die Gesellschaft an das Thema heran geht ist haarsträubend; geht es doch gar nicht mehr um die Sache an sich, sondern um eine - wie auch immer geartete - Gleichbehandlung, sei sie auch noch so schlecht.

Was ist denn das für ein Gerechtigskeitsempfinden? - ein Beispiel: ich gebe meiner Freundin eins auf "die Fünf" und die empfindet das als gerecht, wenn ich meiner Tochter auch eine verpasse!

Das wirkliche Leben erinnert mich an die Zeiten des C64, da gab es ein Computerspiel, das hiess "Imperator" und funktionierte folgendermaßen: der Spieler musste die Weltherrschaft erringen, indem er Länder eroberte und Sklaven arbeiten liess. War er zu nachgiebig, wurde er durch einen anderen Imperator besiegt, war er hart genug, erlangte er die Weltherrschaft und es erklang "Heil dir im Sie-ger-kranz, Führer des Va-ter-lands", war er jedoch zu hart, probten die Sklaven den Aufstand, töteten den Imperator und es erklang die "In-ter-natio-na-a-le, er-kämpt das Men-schen-recht"!

Genau! Die Legislative sitzt an dem Schalthebel - nennen wir ihn "Joystick" - der Macht und experimentiert lustig drauf los, wie weit sie gehen kann. Ich erinnere da an meine These zur Gewaltenteilung! [Link]

Out of order


...for a while!

Zum Kotzen ...

Wir, die wir die Verschwendung zur Lebensmaxime ausgerufen haben, das Axiom der extravagance, die Perversion der Askese - wir sind sicherlich nicht der Indikator für Relationen.

Das was der gemeine Spießbürger in seiner jämmer- und kleinbürgerlich-suburbanen Vorstadtidylle der Einfamilien,- Reihen- und Reihendendhäuser, die Aussenwand des Nachbarhauses ist ihm näher als das Brett vor dem eigenen Kopf - praktiziert: Stupidität pur! Aber Hauptsache man wählt grün; kotzen könnt ich ...

Michl im Glück, oder: Gibt es Ausbeutungsuntergrenzen?

Unter der Überschrift "Kate-Moss-Kollektion im Zwielicht: Ausbeutung von Arbeitern?" erschien heute (13. August 2007) bei web.de unter der Rubrik "Livestile" (???) ein Artikel in dem die Frage (!!!) aufgeworfen wurde, ob Kate Moss Arbeiter in Indien ausbeutet, wenn diese umgerechnet 6 Euro am Tag erhalten, was einem Stundenlohn von 32 Cent entspräche, da die Arbeiter/innen täglich bis zu 12 Std. und an sechs Tagen in der Woche arbeiten (Anm.: bei mir kommt da was anderes raus [6/12 = 0,5], aber egal, da auch relativ wenig genug). Das zeigt aber auch zweierlei auf, nämlich dass Ausbeutung 1. anscheinend relativ ist und 2. in der Ausbeutung das Glück liegt ... Ja!

Ist doch der glückliche Ausgebeutete hierzulande in der vorteilhaften Situation, von deutschen Kapitalisten ausgebeutet zu werden, während der arme Inder das Abschöpfungeobjekt britischer Turbokapitalisten ist; somit ist Ausbeutung 1. relativ und 2. der deutsche Arbeiter im Glück (BRD), natürlich nur solange keine ausländische Heuschrecke kommt ... Aber!

Die Medien, oder besser, Erfüllungsgehilfen innerhalb dieses neoliberalen Systems, sorgen für die Quasi-Massenbefriedigung des Ameisenstaates, indem die Metabotschaft dieser "Information" lautet: "Dir gehts nämlich saugut!" - dass das relativ ist, wird geflissentlich verschwiegen, denn in Indien hat ein Euro eine ganz andere Kaufkraft und 6 Euro sind dort wahrscheinlich relativ viel und ein Arbeiter mit einem Monatslohn unter HartzIV-Niveau lebt in Deutschland wahrscheinlich wesentlich schlechter ... Genau!

Und um den Teamgeist unter den Angestellten zu fördern, werden sie dann zum Saufen aninimiert. Schönen Tach noch!

Es stinkt zum Himmel

"Jede Wissenschaft würde unter einem Anfangsverdacht stehen"



Peter Nowak 09.08.2007

Der Soziologe Rainer Rilling über die Verhaftung des Berliner Stadtsoziologen Andrej. H.



Die Proteste gegen die Verhaftung des Berliner Stadtsoziologen Andrej H. und drei weiteren Personen reißen nicht ab. Neben sozialpolitischen Organisationen und Publikationen wie dem Mieterecho und dem Berliner Sozialforum haben sich vor allem Wissenschaftlerorganisationen kritisch geäußert. Dazu gehören der Stipendiatenrat der Rosa-Luxemburg Stiftung und der Wissenschaftliche Beitrat von von attac. Prof. Rainer Rilling lehrt Soziologie an der Universität Marburg und ist wissenschaftlicher Referent der Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat



  Warum hat sich der Wissenschaftliche Beirat von Attac in einer Presseerklärung gegen die Verhaftung des Berliner Sozialwissenschafters Andrej H. gewandt?

Rainer Rilling: Es sind vor allem die Begründungen der Bundesanwaltschaft, mit der sie den Verdacht der Mitgliedschaft in der militanten Gruppe bei Andrej H. belegen will, die in Wissenschaftlerkreisen für Empörung sorgten und weiterhin sorgen.

  Welche Begründung meinen Sie?

Rainer Rilling: Zur gesamten Anklageschrift kann sie ich mich als Nichtjurist nicht äußern. Auch ist nicht ganz klar, welche Vorwürfe welchen Festgenommenen im Einzelnen gemacht werden. Ich beziehe mich auf die Stellen, in denen als Verdachtsmoment gegen Andrej H. bzw. der anderen Beschuldigten eine im Jahr 1998 veröffentliche wissenschaftliche Abhandlung angeführt wird, die Begriffe enthalten soll, die auch in den Texten der Militanten Gruppe verwendet worden sein sollen. Außerdem heißt es dort, dass ein Beschuldigter als promovierter Politologe und Promotionsstipendiat intellektuell in der Lage sei, die anspruchsvollen Texte der Militanten Gruppe zu verfassen. Des Weiteren ist er verdächtig, weil ihm "als Mitarbeiter eines Forschungszentrums Bibliotheken zur Verfügung stehen, die er unauffällig nutzen kann, um die zur Erstellung der Texte der Militanten Gruppe erforderlichen Recherchen durchzuführen".

  Welche Folgen befürchten Sie, wenn die Anklagebehörde mit diesen Beschuldigungen Erfolg hätte?

Rainer Rilling: Dann würde jede Wissenschaft unter einen Anfangsverdacht stehen, militanten Aktivitäten zuzuarbeiten. Dann würden es sich Wissenschafter überlegen, ob sie bestimmte Begriffe wie beispielsweise Gentrifikation für eine Umstrukturierung eines Stadtteils noch weiter verwenden. Dieser Begriff, der den niederen englischen Adel bezeichnete und zur Kennzeichnung der Aufwertung von Stadtteilen in die internationale Wissenschaftssprache Einzug gefunden hat, würde dann unter Verdacht stehen. Es gab im Beirat von Attac Kollegen, die wegen der offensichtlichen Lächerlichkeit der Vorwürfe dazu rieten, sich gar nicht damit zu beschäftigen. Doch die Mehrheit war der Meinung, dass man die Vorwürfe nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.

  Gab es nicht auch in der Vergangenheit schon Verfahren gegen kritische Wissenschafter, die sich mit so genannten anschlagsrelevanten Themen befassten? Ich denke da beispielsweise an die Ermittlungen 1987 gegen Frauen, die sich mit Bevölkerungspolitik befassten und die beschuldigt waren, der Organisation Roten Zora zugearbeitet zu haben,

Rainer Rilling: Es gab sicher auch in der Vergangenheit immer wieder Ermittlungen gegen kritische Wissenschaftler. Die Verhaftung von Ingrid Strobl war nur ein bekanntes Beispiel. Doch damals haben die Ermittlungsverfahren als Begründung ein linkes oder materialistisches Vokabular bei den Beschuldigten angeführt. Im Verfahren gegen Andrej H. wird aber die Verwendung der gängigen Wissenschaftssprache herangezogen. Ein in Wissenschafterkreisen völlig normales Verhalten wird so unter Terrorverdacht gestellt. Das fördert natürlich die Befürchtung, dass damit jede wissenschaftliche Tätigkeit betroffen sein kann.

  Welche weiteren Proteste aus Wissenschafterkreisen sind noch geplant?

Rainer Rilling: Zunächst geht es darum, den Fall weiter bekannt zu machen. Im Inland haben sich zahlreiche Organisationen auch aus dem Wissenschaftsbereich zur Verhaftung von Andrej H. geäußert. Weitere werden folgen. Über Mailinglisten wird auch im internationalen Rahmen über die Festnahmen und die Begründung informiert. Vor allem unter Sozialwissenschaftern, Soziologen und kritischen Geographen hat der Fall für Aufmerksamkeit gesorgt

  Besteht nicht die Gefahr, dass durch die große Konzentration auf den Wissenschaftsbereich die anderen Festgenommenen, die keine Wissenschafter sind, vergessen werden?

Rainer Rilling: Zunächst ist verständlich, dass Organisationen wie der Wissenschaftliche Beirat von attac in erster Linie die Begründungen, welche die Wissenschaft betreffen, zum Gegenstand ihrer Kritik machen. Aber die bisherigen Reaktionen auf die Festnahmen zeigen mir, dass es die Trennung in der Solidaritätsbewegung insgesamt nicht gibt. So wurde bei der Demonstration anlässlich der Attac-Sommerakademie in Fulda das Konstrukt insgesamt kritisiert und die Abschaffung des §129a gefordert. Der Druck für diese Forderung muss wachsen.

Dazu wäre ein Bündnis wünschenswert, das die rasante Entwicklung zu m aktiv handelnden Sicherheitsstaat insgesamt thematisiert. Davon sind aktuell auch die Journalisten betroffen, gegen die jetzt wegen ihres Zitierens aus Berichten des parlamentarischen Untersuchungsausschuss ermittelt wird. Und noch eine persönliche Bemerkung: Ich kenne Andrej H. persönlich aus gemeinsamer Arbeit in einem Informationsnetz zur Politik der Privatisierung, entsprechenden Webprojekten und internationalen Forschungsprojekten. In einem Seminar, das ich organisiere und das nächste Woche stattfinden wird, war er gleich mehrfach als Referent zu stadtsoziologischen und raumtheoretischen Fragen vorgesehen. Seine politischen und wissenschaftlichen Schriften, die ich zu einem guten Teil kenne, rufen weder zur Gewalt gegen Sachen - als kritischer Stadtsoziologe dürfte man solche Neigungen im Minutentakt spüren - noch zur Gewalt gegen Personen, erst recht nicht zu terroristischer Gewalt auf oder rechtfertigen sie. Das Ganze stinkt zum Himmel.