Intersektionalität und kognitive Dissonanz
Wer einen Attentäter aus ideologischen Gründen in Schutz nimmt, verrät die Sicherheit der tatsächlichen Opfer.
Die Reaktionen in den sozialen Medien nach dem Anschlag auf den Berliner CSD zeigen die paradoxe Situation, die auftritt, wenn eine politisierte Debatte auf die Realität eines islamistischen Terroranschlags trifft. Teile der betroffenen queeren Community oder politischer Aktivisten verteidigen den Attentäter Abdul B. verteidigen und relativieren das islamistische Motiv.
In weiten Teilen des linken und queeren Aktivismus gilt das Prinzip der Intersektionalität. Dieses besagt, dass verschiedene Formen der Diskriminierung (z. B. Homophobie und Rassismus/Islamfeindlichkeit) zusammenhängen und gemeinsam bekämpft werden müssen.
Wenn nun ein Islamist – der einer vom Aktivismus oft als „marginalisiert“ oder „schutzbedürftig“ eingestuften Gruppe angehört – gezielt die queere Community angreift, bricht dieses theoretische Bündnis zusammen.
Um diesen logischen Widerspruch im eigenen Weltbild nicht anerkennen zu müssen, flüchten sich viele Akteure in Relativierungen. Kommentare aus diesen Netzblasen versuchen oft, die Schuld von der zugrundeliegenden islamistischen Ideologie wegzulenken.
Es wird behauptet, der Täter sei selbst ein Opfer gesellschaftlicher Ausgrenzung, mangelnder Integration oder psychischer Probleme durch das System gewesen.
Die Sorge gilt in diesen Kreisen oft weniger den tatsächlichen Opfern des Anschlags, sondern der Befürchtung, dass der Vorfall rechten oder konservativen Parteien im politischen Diskurs recht geben könnte. Daher wird die Tat im Netz blitzschnell umgedeutet, um das primäre politische Feindbild, den Rechtsextremismus aufrechtzuerhalten, selbst wenn die behördlichen Ermittlungen das genaue Gegenteil belegen.
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