Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen ...

Als ich am 5. Mai letzten Jahres, also nur wenige Tage nach den ersten Meldungen zum Fall "Fritzl" prognostizierte dass wohl bald darauf die Schlagzeile "Die 10 besten Missbrauchsopfer" ihre Runde machen werde, da wurde gerade diese meine Äusserung als geschmacklos und zynisch bezeichnet.

Doch bald darauf, nämlich am 6. Juni 2008 erfüllte web.de mit "Chronologie: Kindstötungen in Deutschland" meine schlimmsten Befürchtungen.

Wie ich es hasse ...


Diesmal war web.de erheblich schneller mit ihrer „Hitliste“, diesmal hat das nur einen Tag gedauert:
Die dramatischsten Amoklaeufe seit 1966

Hä?! ... is' der Papst jetzt 'n Weichei, oder wat?

Von wegen „unfehlbar“! Ein Papst, der sich selbst die Unfehlbarkeit abspricht, muss sofort ausgetauscht werden! Tz tz tz!

„Papst Benedikt XVI. räumt in einem persönlichen Brief zur umstrittenen Rücknahme der Exkommunikation von vier Pius-Brüdern Fehler ein und kündigt Konsequenzen an“.

In Winn enden


Jede Gesellschaft gebiert ihre eigenen Monster

... und schreit dann empört nach Veränderung, verspricht Besserung und sucht die Kausalität nie bei sich. Sie bekämpft die Symptome, nie die Ursachen, und schafft sich so immer neue 'Monster' die sie unter der Bezeichnung 'School Satan' mittels ihrer Erregungsmedien dann zu Un-Menschen erklären und ihre Tat als Blutorgie bezeichnen können, um von ihrer eigenen, inneren Monströsität abzulenken.

Dabei werden etwaige Fehler bei der fehlgeschlagenen Konditionierung der Zivilisationsprobanden, auf eben diese selbst abgewälzt (shift the responsibility [colloq pass the buck] to someone else), die Biografie der 'Täter' wird zum 'Anarchist cookbook' umgeschrieben und der Tod erhält durch die quantitative Komponente eine qualitative Dimension.

Und dann werden Realitäten erneut so lange kategorisch ausgeblendet, bis das Weltbild wieder heile ist.

Mein Mitgefühl gilt, wenn schon, dann ALLEN Opfern, auch dem „Täter“!

Danksagung

Meinen herzlichsten Dank all den „schamlosen“ Bankern, die sich – vollkommen zurecht, übrigens – mit Millionen-Prämien die Taschen vollstopfen, weil sie uns durch eben dieses Handeln, mit nahezu gnadenlos chirurgischer Präzision das Funktionieren des Systems aufzeigen, dem wir immanent sind.

Allein für diesen Umstand haben sie die Kohle bereits verdient ... das wollte mal gesagt sein; und deshalb: Danke!

Stupidität Fußball

Ich esse grade und wohne nebenher – rein wegen einer empirischen Studie – um nämlich dahinter zu kommen, was an dieser Stupidität Fußball fasziniert, einer solchen Leibesertüchtigung per Television bei.

Kann es jedoch sein, dass der Fußballkommentator, der sich ja eigentlich neutral verhalten sollte, vollkommen befangen ist? Der scheint Bayern-Fan zu sein, so wie er das Spiel kommentiert.

Nochwas, das ich nicht versteh'.

Mandy's Nagelstudio

Es ist ethisch nicht vertretbar, Opel zu retten (resp. retten zu wollen), während Mandy's* Nagelstudio** in den Konkurs geht – oder gibt es etwa so etwas wie eine quantitative Komponente des persönlichen Scheiterns?

Eine Gesellschaft, die ununterbrochen die freie (das [verharmlosende] Attribut „Sozial(e)“ spricht in diesem Kontext der Definition Hohn) Marktwirtschaft proklamiert, verhält sich zynisch gegenüber der/dem Kleinunternehmer/in, wenn sie nach der Rettung eines Großkonzerns schreit.


* ich habe hier der Authentizität halber mal nicht auf den Deppenapostroph verzichtet.
** fiktiver Name.


In einer anderen Community wurde mein Blog sohingehend kritisiert:

[Zitat]
In meinem Leben habe ich gute Erfolge damit, die Dinge möglichst immer sowohl relativ als auch absolut zu betrachten.

Erstmal (relativ gesehen) hast Du absolut Recht! Auf den zweiten Blick (absolut gesehen), gibt es schon ein Argument, einen Großkonzern zu stützen: Die absolute Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze ist tausendfach höher, als bei Auflösung eines Nagelstudios.

Es beseht die Gefahr, dass der gesamtvolkswirtschaftliche Schaden mit allen Folgewirkungen, beim Niedergang eines Konzerns deutlich höher ist als beim Nagelstudio. Was also nutzt der Gemeinschaft eine zwanghaft gerechte / gleiche Beurteilung und Behandlung?

Und wer jetzt den Spiess rumdreht, und meint, "...ja, dann muß man halt auch Mandy eine Finanzspritze geben...", der übersieht die Fernwirkung auf unsere Wirtschaft, die zu 90 % durch Kleinunternehmertum geprägt ist. Deren Erfolg kommt gerade durch die Fähigkeit unternehmerisch denken zu können. Eine Finanzstütze würde auf Sicht zerstören, ein Risiko unternehmerisch zu beurteilen und einzugehen.

Guten Start in die Woche!
lg M.
[/Zitat]

________________________
Mein Konter:

Ein Mensch ist also schädlich/unschädlich, je nach Konzernzugehörigkeit? Eine der Kernaussagen des – m.E. nicht unbedingt allgemeingültigen, essenziell jedoch klar bedeutsamen – Kategorischen Imperativs lautet: „Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst“; diese Aussage ist definitiv universell.

Deiner Meinung nach also, ist Ethik eine Frage der, wie oben im Originalpost von mir kritisierten, Quantifizierung von Leid und spricht dem Menschen eine ihm immanente Selbstzweckhaftigkeit ab.

George Sand

„Alles was Maßlos ist ist gut“ — es sei denn, man hat das Mittelmaß, die Trivialität der Bedeutungslosigkeit zur Lebensmaxime erhoben.

Goerge Sand und das Motto des Rock 'n' Roll: „It's better to burn out, than to fade away“ (Neil Young 1979)

Ich hör' jetzt Social Distortion ...


Attacke!

ATTAC = globalisiertes Antiglobalisierungsnetzwerk!

Ich wiederhole mich gerne auch mal ...


Der Zweck heiligt die Mittel

Das Verteidigen der ,,freiheitlich demokratischen Grundordnung" geht mitunter so weit, dass durch das Verteidigen derselben selbst, diese bereits ausser Kraft gesetzt ist.

Insight Paris Hilton - oder: Sex transports messages!

Veränderung

Veränderung = das Werden zum Ist.

Phänomen unserer Zeit

Heutzutage gehen die Menschen zum Chirurgen anstatt zum Psychotherapeuten - das geht schneller:

(Abbildung gelöscht wegen Abmahnung!)

... fraglich jedoch, obs was nützt.

RÜBE RUNTER!!!

Wer die Todesstrafe propagiert, stellt sich auf eine Stufe mit denen, für die er sie einführen möchte.

Alles eine Frage der Relationen

"Eine neue Spezies, die von der unseren nicht verschiedener wäre als wir vom Homo sapiens [also nur geringfügig, Zusatz P.S.), könnte, wenn sie über mehr Einbildungskraft, eine effizientere Sprache und ein sie zum raschen logischen Denken befähigendes Nervensystem verfügte, mit den von uns geschaffenen technischen Zivilisationen fraglos sehr viel besser fertig werden. Die Entwicklung einer solchen neuen Spezies hinge keineswegs von umfassenden Mutationen zahlreicher Strukturgene ab. Wahrscheinlich würden einige scheinbar geringfügige Abänderungen der Aktionsmechanismen der Gene völlig genügen...
Die Frage lautet demnach, ob im Fall solcher Modifikationen genetischen Materials ein natürlicher Ausleseprozeß diese neue Gattung befähigen würde, die Herrschaft anzutreten...
Ich hoffe jedoch, daß sie stattfinden, ich hoffe, daß in fünf- oder zehn- oder zwanzigtausend Jahren eine neue uns an Leistungsfähigkeit überlegene menschliche Spezies existeren wird."



Soweit nichts Aussergewöhnliches, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um die Worte des 1919 in New York geborenen, und 1990 verstorbenen amerikanischen Autors Leon Festinger handelt, und wenn man vorraussetzt, dass es sich aus einer Stelle aus einem Science Fiktion Roman handelt.

Besondere Brisanz erhält diese Textstelle jedoch, wenn man bedenkt, dass Festinger Psychologe war, und wenn man sie im gesellschaftskritischen Kontext eines Peter Sloterdijk betrachtet, der nicht erst seit den „Regeln für den Menschenpark“, sondern seit er bereits1990 den Autor L. Festinger zustimmend zitiert hat, abstruse Züchtungsphantasien entwickelt hat, die vielleicht nicht gefährlich wären, wenn...

...ja wenn da nicht die Tatsache wäre, dass Sloterdijk eben nicht IRGENDEIN Spinner, sondern ein eben hinlänglich populärer Spinner wäre, und das dieser nicht irgendeinen Beruf ausübte, sondern einen Lehrauftrag innehat, und als Rektor eine Hochschule leitet.

Woher nimmt Sloterdijk die Gewissheit, wenn er mit Hilfe von Anthropotechniken (was immer er auch darunter verstehen mag) die genetischen Codes des Menschen „verbessern will“ und wenn er "...auf eine intelligentere Menschheit im Ganzen zielt, nicht auf eine neurobiologische Apartheid oder eine Klassenherrschaft der Intelligenzmutanten über die Altmenschen heutigen Typs. ... Das Schlimmste ist möglich, aber auf jeden Fall nichts Schlimmeres als das, was geschieht, wenn es keine Selektion von intelligenteren und generöseren Menschen gibt."

Slotderdijk begibt sich kritiklos und bewusst auf den Holzweg einer genetischen Modifikation der epigenetisch-kulturellen Interpretation der Welt durch den Menschen, hin zu einen besseren, humanistischeren Menschen; obschon es unmöglich ist, Eigenschaften wie „Humanismus“ zu züchten, ist es doch gefährlich dies zu wollen; denn die Vision des Menschenzüchtens erhält gerade in einem historischen Rückblick in die jüngere Geschichte beängstigende Dimensionen, und man fragt sich: „wer ist er denn dann, nach welchen Kriterien solle er beurteilt werden, und welcher bessere Mensch beurteilt ihn, den besseren Menschen?“


Prenatale Selektion = genetische Benachteiligung



Aus gegebenem Anlass und in Hinblick auf die Äusserungen von P.S. möchte ich an folgende Begebenheit aus den 70ern erinnern:

07.04.1977 Der Generalbundesanwalt Siegfried Buback wird von einem RAF-"Kommando Ulrike Meinhof" erschossen. In dem Komminique des Kommandos wird Buback in seiner Funktion als Generalbundesanwalt direkt verantwortlich gemacht für die "Ermordung von Holger Meins, Siegfried Hausner und Ulrike Meinhof."

Zwanzig Tage nach der Ermordung Bubacks meldet sich ein unbekannter "Stadtindianer" in den Göttinger Nachrichten, ein Mitteilungsblatt Göttinger ASTA's, im sogenannten Mescalero-Nachrufs zu Wort. Darin wird in seinem "inneren Monolog" dargelegt, daß "Gewalt" für ihn nichts sei, er aber (Zitat): "Ich konnte und wollte (und will) eine klammheimliche Freude nicht verhehlen." Trotz dieser klammheimlichen Freude distanzieren sich die Verfasser des Nachrufs von der RAF, sie schreiben auch "Linke dürfen keine Killer sein. Unser Weg zum Sozialismus kann nicht mit Leichen gepflastert werden." Im Sommer 1977 wurde dieser Text von 43 Hochschullehrern ohne ausdrückliche Distanzierung dokumentiert.

Diese Veröffentlichung hatte eine öffentliche Inquisition und politische Hysterie zur Folge. Der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher forderte die Suspendierung der Professoren, es folgten Hausdurchsuchungen und Anklagen.

Irgendwie stimmen hier die Relationen nicht.

Kontinuität der Gesetzlosigkeit: Obama-Regierung verteidigt Folterer

Kontinuität der Gesetzlosigkeit: Obama-Regierung verteidigt Folterer

Alexander Bahar 14.02.2009

Auch die neue Regierung unterdrückt alle Versuche, die Praxis der "außerordentlichen Überstellungen" juristisch aufzuarbeiten

Die neue US-Regierung hat bereits bei den ersten Prüfungen der Glaubwürdigkeit ihrer Versprechungen, die ungesetzliche und menschenverachtende Anti-Terror-Politik der Bush-Aministration zu beenden, kläglich versagt. Am vergangenen Montag legte ein vom neuen Justizminister Eric Holder (siehe Der Lieblingskandidat der Unterhaltungsindustrie als Justizminister) entsandter Bundesanwalt vor dem mit drei Richtern besetzten 9. US-Berufungsgericht in San Francisco den Rechtsstandpunkt der Obama-Regierung in dieser Frage dar. In dem Fall ging es um schwerwiegende Anschuldigungen von Folter, die fünf Opfer des sogenannten Extraordinary Renditon-Programms der Bush-Regierung vorgebracht hatten.


Die fünf waren gefangen genommen und in amerikanische Einrichtungen im Ausland oder in Länder verbracht worden, die dafür bekannt sind, dass sie Gefangene foltern. Dort hatte man sie ohne Anklage zum Teil jahrelang festgehalten und unter Folter verhört. Unglaublich, aber wahr: Obamas Bundesanwalt verkündete, die neue Regierung werde in diesem Fall ...


Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29737/1.html

Widerrufswiderrufwiderrufung!

Nach der wachsenden Kritik an Papst Benedikt ist der Vatikan in die Offensive gegangen. Er forderte den erzkonservativen Bischof Richard Williamson auf, seine Leugnung des Holocaust „eindeutig und öffentlich“ zu widerrufen. - Quelle: Focus online -

Aber sicher doch! Die Leugnung einer Leugnung ist nämlich genaugenommen? Richtig: eine Leugnung! Denn eine einmal getätigte Aussage aus Überzeugung ist nicht zwangsläufig negiert, indem man entgegen seiner Gesinnung, in einer (verlogenen) Handlung, innerhalb einer umfassenden Political correctness gedenkt, den Status quo einer menschenverachtend rassistischen Grundhaltung beizubehalten, um gleichfalls jedoch sagen zu können „seht her, wie einsichtig ich bin!“

... ich hasse es!

Die Volkswagen Umweltprämie

Volkswagen wirbt mit der Volkswagen Umweltprämie, die ja im eigentlichen Sinne gar keine Volkswagen Umweltprämie, sondern ein, mit Steuermitteln finanzierter, staatlich subventionierter Kaufanreiz ist - „Klasse!“ ruf ich da aus, bin ich doch jetzt als Fahrradfahrer in der komfortablen Lage, den Neuwagenverkauf eines Industriekonzerns zu sponsorn; da hoffe ich doch inständig, dass mich demnächst irgendwann ein ‚Touareg‘ über den Haufen fährt, damit sich die ganze Sache auch gelohnt hat.

Danke Staat!

Ich prognostiziere mal ins Blaue ...

Ich prognostiziere mal ins Blaue, dass Barack Obama als der bestgetarnteste* Präsident in die Geschichtsbücher eingehen wird, diese messianischen Attribute, mit denen er belegt wird, sind jedenfalls schonmal zutiefst suspekt.

*wird er nicht, dazu ist er zu gut getarnt.

Gottesabschaffung

Gott schafft Gebot
Gebot schafft Erkenntnis
Erkenntnis schafft Gott ab

______________________
Gott schafft sich selbst ab

Ich habe das grad mal beobachtet

Heute in den Regionalnachrichten: „Auguste-Pattberg-Gymnasium in Mosbach will einem Wunsch vieler Eltern nachkommen und im achtjährigen Gymnasium einen neunjährigen Zug namens "G8 plus" einrichten. Kultusminister Helmut Rau (CDU) räumt der Schule keine Chancen dafür ein.“

Genau! In einer Pressekonferenz sagte Kultusminister Rau „Ich halte es nicht für zielführend, sich Gedanken über einen Weg zu G9 zu machen.“

... spontan fiel mir ein Satz ein, den ich in 2004 mal aufschrieb:

Politische Entscheidungsfindung: Es werden alle machbaren Lösungen kategorisch und ohne Begründung abgelehnt, um die verbleibenden, nicht realisierbaren Möglichkeiten, für nicht realisierbar zu erklären.


Nachzulesen hier: www.weltalswilleundvorstellung.de

Irgendwelche Einwände? Nein? Eben!

Steineumdreher

Wer hat noch keinen Stein im Garten umgedreht und beobachtet, wie allerlei Kleingetier - Tausendfüssler, Kellerasseln, Käfer, Regenwürmer etc. - aufgeregt durcheinander wuselt, auf der Suche nach Schutz vor der Sonne Licht? So wie die Menschen blindem Aktionismus verfallen, auf der Suche nach Schutz vor der Erkenntnis Licht... 


Wahrlich, ich bin der Steineumdreher!

Toleranz

Gerade Menschen, denen die intolerantesten Denkmuster zueigen sind, sind dem Personenkreis zugehörig, die immer wieder Toleranz anmahnen - diese fordern am nachdrücklichsten, das Tolerieren ihrer eigenen Intoleranz ein.

Was mir am Tage so auffiel ...


„Merckle ging“ und „Gas kommt irgendwie auch nicht“

Sicher dat! Das „Horrorszenario“ einer uns omnipräsent bedrohenden Krise aufgrund von energiepolitischen Abhängigkeiten, wird im Winter von der Atomlobby ebenso regelmäßig lanciert, wie die Beziehungs,- oder Trennungsgerüchte eines Boris Becker zur Saure-Gurken-Zeit und wenn ein Multimilliardär eine, oder zwei seiner Milliärdchen verliert und für sich deswegen als einzigen Ausweg den Freitod sieht, ist das allemal eine Schlagzeile und die sichere Würdigung - nicht des Suizids, der Verdienste des Suizidanten - einiger Provinzpolitiker wert; wenn sich hingegen ein Hartz-4-Empfänger zu Tode hungert, erscheint das selten mal im Lokalteil eines Regionalblattes.

Das erinnert mich an die Marketingstrategien bekannter Hamburgerbratereien: ich kann mir nicht helfen, aber das Produkt stimmt irgendwie auch nie mit der Präsentation desselben überein ... guten Appetit!

Der neue Fürst dieser Welt

Der neue Fürst dieser Welt

Rudolf Maresch 27.12.2008

Zur Politische Theologie des globalen Kapitalismus und die geistige Verwandtschaft von Links- und Rechtsextremen


Viel ist vor vierzig Jahren darüber gerätselt worden, wie jener „Schachautomat“ zu deuten ist, den Walter Benjamin an den Anfang seiner „geschichtsphilosophischen Thesen“ stellt. Eine Puppe sitzt dort vor einem Schachbrett, das auf einem Tische ruht, der aufgrund vieler Spiegel im Betrachter den Eindruck weckt, er sei durchsichtig. In Wahrheit verbirgt sich dort aber ein Zwerg, der gekonnt die Strippen zieht und heimlich die Spielzüge der Puppe mit Schnüren lenkt. Zu der „Apparatur“ soll es, behauptet Benjamin, in der Philosophie ein „Gegenstück“ geben, das durch das Verhältnis der Theologie zum Historischen Materialismus bestimmt wird.

Der Artikel

Abigail moechte Sp**** schlucken


Heute erreichte mich eine mail folgenden Inhalts:

Hallo Maenner! Ich bin Dein heisses, schwarzes Girl MARIEL. Eigentlich stehe ich auf fast alle Maenner, Du solltest nur ehrlich sein, grosse Stuecke auf Dich geben und was schoenes in der Hose haben! Meine absolute s:e:xuelle Vorliebe ist harter s:e:x. Ich liebe harten und schnellen s:e:x, ich liebe Toys und viele andere s:e:xspielzeuge. Ausserdem mache ich es mir gerne selbst in der freien Natur. Natuerlich stehe ich auch auf s:e:x in der Natur, solange wir es hart tun, liebe ich s:e:x an allen erdenklichen Plaetzen. Besonders s:e:x an einem Strand mag ich sehr gerne. Stellungswechsel mag ich gerne und probiere auch immer gerne neues aus. In meiner Freizeit koche ich gerne und gehe ausreiten. In meinem live Chat wirst du meine Art des s:e:x kennenlernen!

Gib folgende URL einfach ohne die Leerzeichen in Deinen Browser ein:

www . (das muss jetzt nicht wirklich sein) . tv


... höflich wie ich nunmal bin, gab ich der netten Dame freundlich Auskunft:

Liebe Mariel, eines musst Du mir erklären, wie kommt es, dass Du im Betreff „Abigail“ heisst, Dein Name jedoch im Text eine wunderbare Wandlung zu „Mariel“ erfährt? Aber ich muss Dich enttäuschen, in der Hose habe ich nichts schoenes, lediglich ein lächerlich kleines Cornichon. Tja, das wars denn wohl mit uns beiden Hübschen. Allerliebst, Dein Thomas (der sich jetzt garantiert nicht besaufen tut, weil er in der Hose nichts "schoenes" hat)

„Die aggressive Ablehnung eines sachlichen Umgangs mit der RAF“


Gefangen im Deutschen Herbst

Harald Neuber 22.12.2008


Die Reaktionen auf die Freilassung von Christian Klar zeigen, wie wenig der deutsche Staat das RAF-Trauma bewältigt hat


Am Ende ging alles ganz schnell. Nach monatelangen, zum Teil heftig geführten Kontroversen um das ehemalige RAF-Mitglied Christian Klar (freitag.de...07511801.php) wurde der inzwischen 56-jährige am Freitag aus der Haft entlassen. Nach 26 Jahren verließ Klar die Justizvollzugsanstalt in Bruchsal bei Karlsruhe früher als erwartet. Das Blitzlichtgewitter blieb deswegen aus, keine Fernsehkameras warteten vor dem Gefängnistor. In Politik und Medien aber schlugen die Wogen hoch. Die heftige Reaktion auf einen rechtstaatlich alltäglichen Vorgang belegt, wie sehr das RAF-Trauma den deutschen Staat bis heute beeinflusst. Sie ist auch ein Zeugnis dafür, wie wenig die politischen und medialen Eliten bereit sind, sich mit diesem Kapitel der (west-)deutschen Geschichte offen auseinanderzusetzen.


Der Fall polarisiert, weil Christian Klar ...

Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29418/1.html

Der Herr ist ein Hirte - abgeschmackt!


Der Herr ist ein Hirte - abgeschmackt!

Erst kürzlich fragte ich mich und Anwesende, welche sich evtl. erinnern werden, ob ein Hartz-4-Empfänger zum Arschloch wird, wenn er plötzlich Millionär ist, da zeichnet sich dies jetzt auch bereits ab; oder wie kann jemand durch das Supermitleid anderer zum Krösus werden, für seine Leidensgenossen jedoch keinerlei Empathie zeigen und prostestierende Obdachlose polizeilich entfernen lassen?

Konstatierte doch der alte Schopenhauer vor 200 Jahren bereits so trefflich: „es ist wie es ist und es ist schlecht“ - Recht hat er!

HAMLET

Scheint, gnädge Frau? Nein, ist; mir gilt kein »scheint«.
Nicht bloß mein düstrer Mantel, gute Mutter,
Noch diese Tracht, nach Brauch von ernstem Schwarz,
Noch stürmisches Geseufz beklemmten Atems,
Noch auch im Auge der ergiebige Strom,
Noch die gebeugte Haltung des Gesichts
Samt aller Sitte, Art, Gestalt des Grames
Ist das, was wahr mich kundgibt; dies scheint wirklich;
Es sind Gebärden, die man spielen könnte.
Was über allen Schein, trag ich in mir;
All dies ist nur des Kummers Kleid und Zier.

Im Zoo


Als ob eine Wand aus Glas, einen Jaguar daran hindern könnte, seinem Trieb folgen zu wollen, ins Unendliche zu springen.

Der wahrscheinlich ...


Hier nun die Einleitung einer der wahrscheinlich schönsten Novellen der Literaturgeschichte:


Den 20. Jänner ging Lenz durchs Gebirg. Die Gipfel und hohen Bergflächen im Schnee, die Täler hinunter graues Gestein, grüne Flächen, Felsen und Tannen. Es war nasskalt; das Wasser rieselte die Felsen hinunter und sprang über den Weg. Die Äste der Tannen hingen schwer herab in die feuchte Luft. Am Himmel zogen graue Wolken, aber alles so dicht – und dann dampfte der Nebel herauf und strich schwer und feucht durch das Gesträuch, so träg, so plump. Er ging gleichgültig weiter, es lag ihm nichts am Weg, bald auf,- bald abwärts. Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, dass er nicht auf dem Kopf gehn konnte.

Lenz“ - Georg Büchner

Muss man wirklich jedes Kompositum trennen?

es ist ja schon grausam wenn menschen sämtliche inklusive der einfachsten rechtschreib regeln wie die groß und klein schreibung beharrlich zu ignorieren wissen indem sie aus angeblicher selbst bezichtigter faulheit aber auch alles klein schreiben jegliche inter punktion unaus gesetzt verweigern und den sinn eines satzes dann auch noch komplett entstellen in dem sie zusammen gesetzte haupt wörter unbeirrt trennen das ergebnis sieht dann aus wie das vor liegende beispiel

Polemik gefällig? Aber gerne doch!

Wenn nichts mehr da ist zum Von-unten-nach-oben-umverteilen, nennt man das wie?

Richtig: Finanzkrise!

,,Ja nee, gar nix is' klar´´


,,Ja nee, gar nix is' klar´´


Humor ist die Fähigkeit, bei Menschen ein Lachen hervorzurufen und der Witz bezeichnet einen, meist kurzen Text der, z.B. durch Überhöhung, oder eine überraschende Wendung zu einer Pointe führt.

Ich habe gestern mal 15 Minuten lang vergeblich versucht Hubertus Albers witzig zu finden; vergeblich.

Mein Fazit: alles ätzend!

Verschwörungstheorie

Die einzig glaubhafte Verschwörungstheorie ist die Verschwörungstheorie von den Verschwörungstheorien.

Zeitlos gealtert

Manche alten Menschen wirken so zeitlos gealtert, gerade so, als seien sie immer schon alt gewesen; vielleicht eine Frage der inneren Haltung?

Der Tod ist ein weisser, westlicher Wohlstandsbürger


Der Tod ist ein weisser, westlicher Wohlstandsbürger


"Vier Deutsche in Bombay getötet" musste ich heute in einer großen Headline lesen - eben! Der Tod ist ein weisser, westlicher Wohlstandsbürger! Stündlich sterben 2000 Kinder in den Slums von Mumbai* und anderso auf der Welt, weil die kapitalistischen, westlichen Industriestaaten die, sog. unterentwickelten Völker ausbeuten, die eben nur deswegen sog. unterentwickelt sind, weil die kapitalistischen, westlichen Industriestaaten sie ausbeuten und kein Hahn danach kräht, denn der ist wohl auch ein weisser, westlicher Wohlstandsbürger, der Hahn!

* Mumbai (/mumbəi/; marathi मुंबई, Mumbaī; bis 1995 Bombay बॉम्बे oder बंबई Bambaī); die Bezeichnung "Bombay" stammt im Übrigen noch aus der Kolonialzeit und zeigt deutlich wie das Kolonialherrendenken noch in den Köpfen der Menschen hierzulande lebendig ist.

Ash

"Sie scheinen noch nicht zu begreifen, womit sie es zu tun haben: Mit einem perfekten Organismus. Nur seine Feindseligkeit übertrifft noch seine perfekte Struktur."

"Sie bewundern es, nicht wahr?"

"Ich bewundere die konzeptionelle Reinheit, geschaffen um zu überleben. Kein Gewissen beeinflusst es, es kennt keine Schuld oder Wahnvorstellungen ethischer Art."

Terrorist!

Wenn ein Handyverkäufer, anstatt unter der Dusche, in aller Öffentlichkeit - ich weiß, ich weiß, ich wiederhole mich - „Nessun Dorma“ dilletiert und damit Millionen von Euros verdienen, dann sagt das weniger über die Qualitäten dieses Arienzertrümmerers, als über sein Publikum aus.

Da sehe ich heute Nachmittag ein hyperaktives Kind seine Karstadtgeige malträtieren (und selbst eine solche hat diese Behandlung nicht verdiehnt) und frage mich, warum hört denn niemand, wie gnadenlos schlecht dieses Kind mit dem konditionierten Grinsen, Sarasate unterpretiert!!! Lucas Wecker, die amoklaufende Quintessenz der Rieus, Maes und Garretts unter den Fiedlern in Personalunion; wo bleibt eigentlich in solchen Fällen öffentlichen Kindesmissbrauchs das Jugendamt, wenn Mütter unter Mithilfe von ausgemacht miesen Geschäftsleuten, 12jährige unter Androhung von Kompottsperre, zu solchen akustischen Terrorakten anstacheln?!

Warum es einen Atheismus genaugenommen gar nicht gibt


Da bezeichnete mich neulich erst jemand als einen ,,dogmatischen Atheisten´´


Daraus ergab sich folgender Dialog:



Von: Thomas Sonnabend
Es gibt keine atheistischen Dogmatiker.

Von: Patrick Hansen
arguing...

Von: Thomas Sonnabend
Ich muss nichts zu einem Dogma erheben, das nichteinmal ein Axiom beinhaltet.
Genaugenommen gibt es nichtmal einen Atheismus, da dieser ja erst mittelbar durch etwas generiert wird, nämlich durch den Glauben an Gott (sic!).

Ergo: es gibt keinen atheistischen Dogmatismus.

Humanisten im Hilfseinsatz

Während die USA der Welt Demokratie lehren wollen, nötigenfalls eben - frei nach Goethes Erlkönig ,,und bist Du nicht willig...´´ - auch mit Gewalt, ist die Gefahr für US-Soldatinnen bei weitem größer, von "Kameraden" vergewaltigt zu werden, als bei Kampfhandlungen getötet zu werden.

... das nenne ich rosige Aussichten.

Mangelnde Dissensfähigkeit


Dabei gibt es Toleranz in geschlossenen Systemen nicht - das ist dann auch der augenfälligste Widerspruch innerhalb einer Demokratie

Toleranz ist zu einer Art inhaltsleerer Eigenschaft geworden, die Tugend des Zoon Politikon schlechthin, die Unfähigkeit zum Dissens, die Verneinung der Nichtübereinstimmung, demagogischer Psychoterror und Negierung des eigenen Ideals.

Und zuletzt toleriert man alles, selbst das ganz und gar Inakzeptable.

Grundsätzliches zum Thema "Glauben"


Mal was Grundsätzliches zu einem unsäglichen Thema

Ein Atheist glaubt nicht, dass es einen Gott nicht gibt, ja kann er auch erst gar nicht, da Gott nämlich ausschliesslich durch den Glauben selbst zum Gegenstand der Betrachtung wird; weshalb gleichbedeutend eine hypothetische Annahme eines ( ), dieses ( ) nicht zwangläufig generiert - die in diesem Kontext gebräuchlichste Beweisführung: ,,Du glaubst nur, dass es Gott nicht gibt´´ funktioniert also schon deswegen nicht, weil die erste Gegenfrage bereits ,,bitte wen gibt es nicht?´´ lauten muss.

Dem damit einhergehenden Umkehrschluss, ,,Du kannst nicht beweisen, dass es Gott nicht gibt, also gibt es Gott´´, liegt ein grundsätzlicher - im wahrsten Sinne des Wortes - Irrglaube zugrunde, denn somit wird allem Nichtexistenten eine hypothetische Existenz zugesprochen, dabei ist die Nichtexistenz des Nichtexistenten bereits der hinreichendste Beweis für seine Nichtexistenz.

Ist der amerikanische Traum rassistisch?


"Wechsel im Weißen Haus: Bush preist Obamas Sieg als wahrgewordenen amerikanischen Traum" (spiegel.de)

Der erste (mit Betonung auf) "schwarze" Präsident, der USA!

Diese sprachliche Differenzierung innerhalb einer umfassenden Political Correctness, ist nicht mehr, als den Status quo der eigenen, rassistischen Grundhaltung beizubehalten, um gleichfalls jedoch sagen zu können "seht her, wie tolerant ich bin!" - bedarf es einer Differenzierung bezüglich der Ethnie eines Menschen?

- Scheint so!

Melancholie der Erkenntnis

Der einzige, aber wirklich einzige Nachteil am Weltbild eines Atheisten ist das Wissen um das gänzliche Fehlen einer höheren Instanz, die die Arschlöcher dieser Welt zur Rechenschaft ziehen wird.

Jedes Arschloch dieser Welt wird dereinst auf dem Sterbebett liegen und sich nichteinmal fragen: "warum bin ich bloß so ein Arschloch gewesen?"

Da wird es einem aber auch einfach gemacht, mit dem "Glauben" ... ich bin da wohl zu sehr Realist.

Das Betrachten der Welt als eine Art Schlachtplatte

Ich bin Philosoph, so wie ein Metzger letzten Endes Chirurg ist!

Liebe Beischlafbettler

Liebe Beischlafbettler, sexsüchtige Fickbirnen, Pre-Primaten, dauererigierte Pimmeldenker, Hirnwichser und Neandertaler,

wenn ich mir in Momenten reichlich vorhandener Zeitkontingente das Gros Eurer Gästebucheinträge im WWW so durchlese, dann komme ich nicht umhin mich - und das lasst Euch jetzt mal, zum Hinter-die-Ohren-schreiben gesagt sein - dann komme ich nicht umhin mich fremdschämen zu müssen, einfach nur, weil ich (leider) eben auch der Gattung Mann angehöre, dieser mich jedoch, wenn ich mir Eure sabbertriefenden Bettelbriefe so zu Gemüte führe, zwar in der Tat an,- jedoch keinesfalls zugehörig fühle.

Kann das denn sein, dass Ihr wirklich vollständig merkbefreit seid? Geist, und das ist genau das, was Euch garantiert nicht abhanden kommen wird, da es niemals je vorhanden gewesen ist, ist geil; und unter Garantie keine 08/15-Woolworth-Sprüche aus dem rhethorischen Sondermüllcontainer!

... und nochwas: emotionale Defizite lassen sich im Übrigen auch dann nicht kompensieren, wenn man seiner überbordenden Libido rückhaltlos Folge leistet!

Ethische Standards

"Wir werden nicht zulassen, daß technisch manches möglich ist, aber der Staat es nicht nutzt." - Angela Merkel zum Thema Überwachung auf einer Wahlkampfveranstaltung in Osnabrück.

Eben; eine Technologie kennt keine moralischen Begriffe, die Legitimation einer Technologie entsteht ausschliesslich aus Ihrer Umsetzbarkeit. Technologien werden realisiert, nicht weil sie letzten Endes nützlich oder schädlich sind, sondern weil sie realisierbar sind, die ethischen Standards werden immer erst mit deren Fanals definiert ...

Schmidt am Ende

Also ich habe dieses Post "Schmidt am Ende" getitelt, weil Oliver Pocher für mich nie ein erstzunehmendes Thema war; nun jedoch erkläre ich meine Zuschauerschaft dieser Show (Schmidt und Pocher) für definitiv beendet. Mit der gestrigen Sendung (23. Okt. 2008) hat sich Schmidt mit seiner Anbiederung an das Unterschichten-Publikum endgültig von jedem, in letzter Zeit schon sehr stark nachgelassenem Niveau verabschiedet; "die Sendung mit der Maus" hat mehr Witz, der"Musikantenstadl" mehr Intellektualität und das "Wort zum Sonntag" mehr Unterhaltungswert als diese Sendung.

Pati necesse est multa mortales mala!

Fromme Wünsche


Fromme Wünsche

Nach Cecco Angiolieri.

Wär ich der Wind, ich risse die Welt in Fetzen,
wär ich das Feuer, zerfräß ich sie zu Funken,
wär ich das Meer, sie läge längst versunken,
wäre ich Gott, Spaß: gäb das ein Entsetzen!

Wär ich der Papst, wie würd’es mich ergetzen,
zu ärgern meine Christen, die Hallunken!
Wäre ich König, ließ’ich wonnetrunken
mein Volk mit Hunden an den Galgen hetzen!

Wär ich der Tod, besucht’ich auf der Stelle
die lieben Eltern wieder mal; als Leben
beträt ich nie und nimmer ihre Schwelle!

Wär ich der Cecco – hm, der bin ich eben;
drum wünsch’ich Mir die schönsten Jungfernfelle
und will die häßlichen gern Andern geben!

Dialog

Von:
Thomas Sonnabend
16.10.2008, 20:05
Mein Freund der Haider ist toooot
Er starb im frü-hen Morgen-rooooot

Von:
Schantal Spatz
16.10.2008, 20:10
freund ?????

Von:
Thomas Sonnabend
16.10.2008, 20:13
Na ja, eben kein Baum, so doch aber das Idol einer Popkultur; wie das zu bewerten ist, sei jedem selbst überlassen.

Authentizität

Glaubst du, dass das Land so leicht zu finden ist, wo es allzeit erlaubt ist, ein ehrlicher Mann zu sein? (Jean-Jacques Rousseau)

Siehe, ich bin Krankheit - so redet die böse That; das ist ihre Ehrlichkeit. (Friedrich Nietzsche)

Hamlet: So wollt ich, daß Ihr ein so ehrlicher Mann wärt. (Shakespeare)

Der Mann war ehrlich und hatte Recht. (Arthur Schopenhauer)

Kasperltheater

Ich bin, schon allein der Diskurse wegen, in den verschiedensten Verteilerlisten linker Gruppen eingetragen. Welche Stilblüten - die jedoch bisweilen groteske Formen annehmen - manch ein Schwachsinn treibt zeigt eine mail mit folgendem Inhalt; besser gehts nicht:

"Hallo,wie ich erfahren habe, ist der Absatz mit der Distanzierung von kreativer Antirepression bei der Bundesversammlung der Roten Hilfe gestrichen worden. Vorweg ging wohl eine Debatte um kreative Antirep, wo offenbar eine klare Ablehnung vorherrschte, aber niemand genau sagen konnte, was kreative Antirepression eigentlich ist."

Dampfploderei in Reinform! Schade nur, dass dabei so viel kreative Energie verloren geht ...

Da capo!

Wenn das Publikum Dir applaudiert dann weisst du, du hast irgendetwas falsch gemacht.

Emanzipation durch /Innen?!

Das (neudeutsche) "Gendering" oder auch "GenderMainstreaming" nimmt bisweilen absurde Formen an und aus einem "Jemand" wird, durch ignorieren des generischen Maskulinums, schnell mal ein "Jemensch", obwohl das im hier vorliegenden Beispiel auch noch vollkommen deplatziert ist, denn angeblich bedeutet "Verändern durch Gendern" das Beachten der, Männern und Frauen eigenen, unterschiedlichen Bedürfnisse und das nennt sich dann Gleichstellung! Gleichstellung durch das Beachten geschlechtsspezifischer Bedürfnisse?! ... Haha!

Diese phrasierte PC ist nicht mehr, als den Status quo der eigenen diskiminierenden Grundhaltung beizubehalten, um gleichfalls jedoch sagen zu können "seht her, wie tolerant ich bin!".

Melancholie

"Die Melancholie ist das Gegenteil von Stumpfsinn und Depression, sie ist die emotionsgetönte Form der Klarsicht" (Horstmann)

"Ich bin total leer in Kopf!"

Da saß nun also meine Tochter einmal vor der Glotze und schaute MTV, oder VIVA (egal, tut sich gleich) und auf einem Sofa im Sendestudio saß eine illustre Reihe hyperaktiver Gäste auf Ritalinentzug und unter ihnen Gülcan Karahanci, das dauergrinsende Produkt einer Silikon,- und Botox-Gesellschaft. So halb mit einem Ohr - ihr Organ war nicht zu überhören - musste ich dann den ersten, wirklich gehaltvollen Satz dieser Dame vernehmen, als sie mit "Ich weiss gar nicht was ich sagen soll, ..." begann, um dann - ich fand zutiefst mich verblüfft, ob ihrer Fähigkeit zur Selbsterkenntnis - diesen mit: "... ich bin total leer im Kopf!" zu schliessen - erstaunlich!


Gerade eben

Gerade eben, ich hatte beschlossen mir während meines Frühstücks meine tägliche halbe Stunde Dreck abzuholen, zappte ich fern und traf gleich als erstes das Erste - dort lief der "Musikantenstadl". An einemTisch saßen Andy Borg und Stefan Mross (warum weiß ich eigentlich, wer die sind? - tz!) und sangen a Liadl das da ging:

I hob a niegelnagelneue Kammer
I hob a niegelnagelneues Bett
I hob a niegelnagelneue Freindin
Grad niegelnageln derf ichs net

... ich frage mich, wie erträgt ein Mensch das ohne Heroin zu spritzen und warum ist Heroin überhaupt verboten, der Mutantenstadl jedoch erlaubt?

Der Aufschwung ist da, BLAH BLAH BLAH!

Das DIW behauptet in seiner neusten Studie frisch, fromm, fröhlich und frei von der Trinkerleber weg, das Wachstum (hicks!) wäre in der (hicks!) Unterschicht angekommen und würde diese nach getaner Nacht,- in die Mittelschicht hinaufkatapultieren ...

[Zitat] Der Anteil der Bürger, die als arm oder als armutsbedroht gelten, ist zwischen 2005 und 2006 von 18 auf 16,5 Prozent gesunken [...]. Zugleich habe sich die Schere zwischen hohen und niedrigen Löhnen nicht weiter geöffnet, in Ostdeutschland hat sich der Unterschied sogar verringert. [/Zitat]

"Nicht weiter geöffnet" ... jawoll! Wenn nur die Armutsgrenze weit genug abgesenkt wird, dann ist der Wohlstand - wobei ich mich natürlich frage, wie die Ökonomen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, die 16,5% zusammengestrichen haben - in gleichem Maße herbeigerechnet!

Statistik heisst: das individuelle Leid quantifizieren und somit zu relativieren; danke Klaus Zimmermann, das hast Du ganz, ganz fein gemacht!

[Quelle] http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Armut-Studie;art271,2615952

"Meine Seele ist aus dem Frieden vertrieben; ich muß des Guten vergessen"

"Schokolade ist ein kakaohaltiges Lebens- und Genussmittel", bekommt jeder, den es interessiert, als Definition in der Online-Enzyklopädie Wikipedia zu lesen, "Genussmittel", genau! Seit einiger Zeit zeichnet sich jedoch ein unheimlicher Trend auf dem Süßigkeitenmarkt ab, ein Trend, bei dem der Genuss als positive Sinneserfahrung subtrahiert wurde und uns Armeen der Bitterness mit sog. Bitterschokolade das Fürchten lehren wollen - dabei schliessen sich "Schokolade" und "Bitter" - auch beschönigend als "dunkle" Schokolade bezeichnet - definitiv gegenseitig aus!

Während in vergangenen Jahren die Herrenschokolade im Sortiment dafür sorgte, dass Männer Schokolade essen durften ohne als schwul durchzugehen, werden wir nun mit Bitterschokolade in allen Variationen gequält, denn es gäbe ja nichts zu meckern, wären da nicht auch durchaus interessante Geschmacksrichtungen und Kompositionen dabei; z.B. "Espresso mit Espressostückchen", "Zitrone und Pfeffer", "Ingwer mit Zitronengras", oder "Cranberry" und alle mit den Attributen "Bitter", oder "Herb".

Welche Botschaft soll uns vermittelt werden, wenn man bedenkt, dass eine Tafel Bitterschokolade einen Hund töten kann (Vollmilchschokolade bedarf es schon derer drei)? Sollen wir Enthaltsamkeit üben, will man uns den nächsten Krieg - im wahrsten Sinne des Wortes - schmackhaft machen? Lautet die Botschaft: "Geniesse, aber vergiss nicht wie bitter das Leben ist"? Sollen wir an das Bibelwort "Er hat mich mit Bitterkeit gesättigt und mit Wermut getränkt. Er hat meine Zähne zu kleinen Stücken zerschlagen. [...] Meine Seele ist aus dem Frieden vertrieben; ich muß des Guten vergessen" (Klgl 3,15) erinnert werden? Auf welche Apokalypse sollen wir vorbereitet werden? Bitterschokolade ist die, in Tafelform gegossen Genussfeindlichkeit, die in Alufolie gewickelte Askese, zu 100 gr. portionierte Negierung der Lust!

Nein, richtige, echte Schokolade IST süß, bildet ihren zarten Schmelz auf meiner Zunge und sendet vermittels der gustatorischen Wahrnehmung die Signale eines Ensembles wohlschmeckender (jawohl!) Aromen an den Nucleus ventralis posteromedialis pars parvocellularis des Thalamus in meinem Gehirn denn "alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung sei ferne von euch samt aller Bosheit" (Eph 4,31).